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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten, Finanzdienstleister
Vorstandssprecher Jürgen Koppmann verlässt die UmweltBank
Jürgen Koppmann scheidet zum Jahresende überraschend aus dem Vorstand der Nürnberger UmweltBank aus. Koppmanns Posten übernimmt bis auf Weiteres die Vorständin Heike Schmitz. Wie reagiert die UmweltBank-Aktie?
Koppmanns Amtsniederlegung erfolgt nach Angaben der UmweltBank „im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat und den weiteren Vorstandsmitgliedern“. Jürgen Koppmann war zuletzt seit Dezember 2017 im Vorstand der Bank tätig, nachdem er bereits seit 1996 die UmweltBank mit aufgebaut hatte, dabei von 2002 bis 2014 schon einmal als Vorstandmitglied.
Der Aufsichtsrat will die Stelle des Vorstandssprechers schnell nachbesetzen. Bis dahin übernimmt das Amt übergangsweise Heike Schmitz, die seit 2021 für die UmweltBank arbeitet und seit 2022 zum Vorstand gehört.
„Es war mir eine Ehre und eine Freude, so lange Zeit für die UmweltBank tätig zu sein. Die grüne Bank ist ein einzigartiges Unternehmen mit tollen Menschen. Weil aber sowohl ich selbst als auch die Bank Veränderung brauchen, mache ich den Weg frei für eine frische Kraft“, kommentiert Koppmann seinen Abschied.
„Jürgen Koppmann war über viele Jahre tragende und treibende Kraft der UmweltBank und Identifikationsfigur für die Mitarbeitenden“, sagt Michael Kemmer, der Vorsitzende des Aufsichtsrates. „Er hat die UmweltBank maßgeblich mit aufgebaut und in den letzten Jahren ihre Erneuerung eingeleitet. Der von ihm verantwortete Wechsel des Kernbanksystems im Oktober 2023 war ein Meilenstein.“
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Die UmweltBank-Aktie reagierte gestern zunächst kaum auf die Personalie. Nachmittags notierte sie im Tradegate-Handel 0,5 Prozent im Plus zum Vortag bei 7,98 Euro (Stand 22.11.2023, 15:09 Uhr). Nach zuvor hohen Kursgewinnen verliert sie seit Oktober 2021 stetig an Wert. Im Jahresvergleich ist sie 29 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie knapp 3 Prozent eingebüßt.
Die UmweltBank befindet sich derzeit in einem teuren Umstrukturierungsprozess, der noch bis 2024 dauern soll. Mit signifikantem Wachstum rechnet das grüne Geldhaus erst wieder 2025. Wegen der aktuell schwachen Gewinnaussichten wird die Bank für 2023 voraussichtlich keine Dividende zahlen.
Solide Eigenkapitalausstattung
ECOreporter schätzt die UmweltBank als robust finanziert ein und sieht langfristig solide Geschäftsaussichten. Die harte Kernkapitalquote, eine wichtige Kennzahl für die Eigenkapitalausstattung von Banken, lag Ende Juni bei 11,7 Prozent und damit nur knapp unter dem Niveau von Ende Dezember 2022 (12 Prozent) sowie deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwert von 4,5 Prozent. Allerdings sorgen die Umstrukturierungen für Unsicherheiten, auch weil die Finanzaufsicht BaFin die UmweltBank dazu verpflichtet hat, ihre Geschäftsorganisation zu verbessern und zusätzliche Eigenmittelanforderungen zu erfüllen (mehr dazu lesen Sie hier).
Sollte es dem Institut gelingen, nach der Übergangsphase wieder profitabler zu wirtschaften und 2025 das Ergebnisniveau des Jahres 2022 zu erreichen (Nettogewinn 19,5 Millionen Euro), läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei etwa 15 - ein vertretbarer Wert. Wer jetzt einsteigt, sollte viel Geduld mitbringen und kein Problem mit unruhigen Kursverläufen haben.
Die UmweltBank-Aktie ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Lesen Sie auch unser Unternehmensporträt.
Einen Überblick über die Wertentwicklungen und Perspektiven der Spezialwerte-Aktien finden Sie im Dossier Nachhaltige Favoriten-Aktien: Mit Grünen Spezialwerten im Schnitt 113 % Plus in fünf Jahren.
UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080