Bloom Energy soll Brennstoffzellen für KI-Rechenzentren liefern – die Aktie schießt nach oben. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: Bloom Energy nach Großauftrag 59 % im Plus

Die Aktie des US-Wasserstoffkonzerns Bloom Energy hat am Freitag 59 Prozent an Wert gewonnen. Bloom konnte sich laut Branchenexperten den bislang weltweit größten Auftrag für Festoxid-Brennstoffzellen sichern.

Wie Bloom am Freitag mitteilte, hat der Energieversorger American Electric Power (AEP) bis zu 1 Gigawatt (GW) an Brennstoffzellen bei dem Konzern bestellt. Diese sollen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) mit Strom versorgen.

Wie sauber sind Blooms Brennstoffzellen?

Im ersten Schritt umfasst die Vereinbarung laut Bloom eine Bestellung von 100 Megawatt (MW), weitere Lieferungen sind ab 2025 geplant. Die Brennstoffzellen sollen direkt an den Standorten der Kunden installiert werden und "Strom mit 34 Prozent geringeren CO2-Emissionen" im Vergleich zur aktuellen Versorgung liefern.

Die Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom können laut Unternehmen zu 100 Prozent mit Wasserstoff oder einem beliebigen Gemisch aus Wasserstoff und Erdgas betrieben werden. Zu Kraftwerken zusammengeschaltet, kann die Technologie laut Bloom ganze Gebäudekomplexe mit Strom versorgen. Festoxid-Brennstoffzellen sind also nicht zwingend eine saubere Lösung – das sind sie erst, wenn sie mit grünem Wasserstoff betankt werden. Bloom selbst betont, dass die Klimabilanz schon beim Betrieb mit Erdgas deutlich besser sei als bei herkömmlichen fossilen Kraftwerken.

Wie ECOreporter die Bloom Energy-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich. Einen umfassenden Überblick über die Wasserstoffbranche bietet das ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

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„Wir freuen uns, mit AEP zusammenzuarbeiten, die bei der Entwicklung innovativer Lösungen für den Energiemarkt eine Vorreiterrolle einnehmen", sagte KR Sridhar, CEO und Gründer von Bloom. "Mit über 1,3 GW installierter Leistung und einer Produktionskapazität von mehreren Gigawatt pro Jahr sind wir bereit, diese rapide wachsende Nachfrage zu bedienen."

Analysten regierten begeistert auf die Neuigkeit. Experten der US-Investmentbank Piper Sandler bezeichneten das Geschäft als "bahnbrechend" für Bloom. Der Auftrag könnte für den Konzern einen Umsatz von bis zu 3 Milliarden US-Dollar generieren und ihm gleichzeitig die Türen für weitere Kooperationen mit anderen Energieversorgern öffnen. Vor allem aber beweise der Auftrag, dass Bloom tatsächlich fähig sei, mit seiner Technologie große Rechenzentren zu versorgen.

Schwarze Zahlen im Blick

An der New Yorker Börse schloss die Bloom-Aktie am Freitag 59,2 Prozent im Plus. Im Tradegate-Handel notiert die Aktie aktuell 3,4 Prozent im Minus zum Freitag bei 19,40 Euro (Stand: 18.11.2024, 10:36 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie ihren Wert mit einem Zuwachs von 110 Prozent mehr als verdoppelt, im Jahresvergleich ist sie 65 Prozent im Plus.

Bloom ist im Wasserstoff-Sektor eines der interessanteren Unternehmen. Während Firmen wie Ballard Power, Plug Power oder Nel ihre vollmundigen Versprechen bislang nicht halten können, immer größere Verluste einfahren und bei Großaufträgen oft außen vor bleiben, wächst Bloom und kommt offenbar auch für große Projekte in Frage. In diesem Jahr will der Konzern operativ schwarze Zahlen schreiben, 2025 soll erstmals ein Nettogewinn erzielt werden.

Vorsichtige Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch abwarten, wie sich die weitere Geschäftsentwicklung bei Bloom gestaltet und ob tatsächlich in absehbarer Zeit schwarze Zahlen erreicht werden. Der Kursanstieg am Freitag dürfte auch damit zusammenhängen, dass der Auftrag das Boom-Thema KI berührt.

Derzeit bleibt die Bloom-Aktie nach Einschätzung von ECOreporter eine Wette. Mit dem Abflauen des Wasserstoff-Hypes hat sie gelitten: In den letzten drei Jahren ist der Kurs um 28 Prozent gefallen.

Bloom Energy Corp. CL A: ISIN US0937121079 / WKN A2JQTG

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