Enapter hatte 2024 mit Schwierigkeiten in der Produktion zu kämpfen. / Foto: Enapter

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff-Aktie: Enapter erwartet nach schwachem Jahr Besserung

Das Hamburger Wasserstoffunternehmen Enapter konnte 2024 mehr Aufträge verbuchen, wegen Problemen in der Produktion sank aber der Umsatz. 2025 sollen die Einnahmen deutlich höher ausfallen. Allerdings erwartet das Unternehmen, operativ im besten Fall ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen zu können.

Enapters Umsatz lag 2024 nach vorläufigen Zahlen bei 21,3 Millionen Euro, ein Rückgang um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Nachdem es 2024 noch zu Verzögerungen in der Produktion von Elektrolyseuren der Megawattklasse sowie Verschiebungen von Kundenprojekten gekommen war, werden wesentliche bereits für 2024 geplante Umsätze nun in 2025 realisiert", erklärte das Unternehmen.

Auftragseingang mehr als verdoppelt

Die Nachfrage ist laut Enapter hoch. Der Auftragseingang konnte 2024 mit 53 Millionen Euro gegenüber 20 Millionen Euro im Vorjahr mehr als verdoppelt werden.

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Als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbuchte Enapter im vergangenen Jahr einen Verlust von 8,6 Millionen Euro. 2023 hatte der Konzern erstmals ein positives EBITDA von 1,5 Millionen Euro erreicht. Zum Nettoergebnis 2024 machte der Konzern noch keine Angaben.

2025 soll der Umsatz aufgrund von Nachholeffekten auf 39 bis 42 Millionen Euro steigen, damit würden auch die Einnahmen aus 2023 übertroffen werden. Beim EBITDA erwartet das Unternehmen aber nur ein Ergebnis zwischen minus 2 Millionen Euro und null.

Die Enapter-Aktie ist an der Börse Stuttgart aktuell 2,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 3,39 Euro (Stand: 28.2.2025, 10:19 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 12 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht gab der Kurs um 55,4 Prozent nach.

Aktie im Dauer-Sinkflug

Enapter hat 2024 seine Strategie geändert. Ursprünglich wollte das Unternehmen eine Massenfertigung im nordrhein-westfälischen Saerbeck bei Münster aufbauen. Die Pläne für das Forschungs- und Produktionszentrum Enapter Campus wurden Anfang Juni aber aufgegeben. Der Konzern konzentriert sich mittlerweile auf die Herstellung sogenannter Stacks, das Herzstück eines Elektrolyseurs. 

Die vollständigen Elektrolyseure mit dem Markennamen Enapter werden nun im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens von der Firma Wolong in China gebaut. Außerdem will Enapter seine Stacks anderen Kunden anbieten. Ende Oktober erhielt das Unternehmen einen ersten Auftrag des niederländischen Energiekonzerns Adsensys, der Elektrolyseure mit Enapter-Technologie bauen will.

Mit der Änderung der Strategie hat Enapter eingestanden, dass die Nachfrage nach seiner Technologie im Bereich grüner Wasserstoff vorerst niedriger bleibt als erhofft – ein Problem, mit dem die gesamte Branche kämpft. Die Enapter-Aktie befindet sich zudem in einem anhaltenden Abwärtstrend, in den letzten fünf Jahren verlor sie 82 Prozent an Wert. ECOreporter rät von einem Einstieg ab.

Enapter AG:  ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0

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