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Wasserstoff-Aktie: Enapter senkt Prognose für 2024
Das Hamburger Wasserstoffunternehmen Enapter erwartet 2024 weniger Umsatz. Wesentliche Einnahmen sollen sich ins nächste Jahr verschieben. Bei den mittelfristigen Aussichten gibt sich Enapter optimistisch.
Enapter erwartet für das laufende Geschäftsjahr demnach nun einen Umsatz von 22 bis 24 Millionen Euro. Bislang hatte das Unternehmen mit 34 Millionen Euro gerechnet. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) prognostiziert das Management unverändert ein Minus von 7 bis 8 Millionen Euro.
"Wachstumspfad intakt"
Der Prognose liegt laut Enapter ein Auftragsbestand von derzeit rund 50 Millionen Euro zugrunde, "der zu Umsätzen in 2024 und 2025 in entsprechender Höhe führen wird". Aufgrund von Verzögerungen in der Produktion von 1-Megawatt-Elektrolyseuren sowie Verschiebungen von Kundenprojekten erwartet Enapter nun aber, dass "wesentliche Teile der Umsätze" erst 2025 realisiert werden.
Wie ECOreporter die Enapter-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich. Einen umfassenden Überblick über die Wasserstoffbranche bietet das ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.
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Der "Wachstumspfad insbesondere im Bereich der Elektrolyseure mit einer Leistung von 1 Megawatt (MW)" sei weiterhin intakt, so Enapter. Unter anderem registriere man "eine kontinuierliche Steigerung der Nachfrage nach industriellen Großanlagen zur Wasserstoffproduktion in den USA".
Enapter hat 2024 seine Strategie geändert. Ursprünglich wollte das Unternehmen eine Massenfertigung im nordrhein-westfälischen Saerbeck bei Münster aufbauen. Die Pläne für das Forschungs- und Produktionszentrum Enapter Campus wurden Anfang Juni aber aufgegeben. Der Konzern konzentriert sich künftig auf die Herstellung sogenannter Stacks, das Herzstück eines Elektrolyseurs. Die vollständigen Elektrolyseure mit dem Markennamen Enapter werden nun im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens durch die Firma Wolong in China gebaut.
Außerdem will Enapter seine Stacks anderen Kunden anbieten. Ende Oktober erhielt das Unternehmen einen ersten Auftrag des niederländischen Energiekonzerns Adsensys, der Elektrolyseure mit Enapter-Technologie bauen will. Adensys erwirbt auch eine Software-Lizenz von Enapter. Man sei "sehr zuversichtlich, dass in 2025 weitere Core-Partnerschaften abgeschlossen und umfangreiche Großaufträge in Asien, Europa und den USA realisiert werden können", so Enapter-Chef Jürgen Laakmann.
Wette mit unklaren Aussichten
Die Enapter-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 5,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 4,00 Euro (Stand: 21.11.2024, 9:12 Uhr). An der Börse steht derzeit offenbar vor allem die optimistische mittelfristige Prognose im Vordergrund. Im Monatsvergleich ist die Aktie 0,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 55,6 Prozent ihres Werts eingebüßt.
Die Aussichten von Enapter sind aktuell schwer einzuschätzen. Die Aktie war immer schon eine Wette – nach Einschätzung von ECOreporter ist diese aber nach der Absage des Campus deutlich unattraktiver geworden. Enapter gibt damit zu, dass es derzeit nicht genug Nachfrage gibt, um eine Massenfertigung für seine Elektrolyseure aufzubauen. Zudem steckt das Unternehmen weiterhin tief in den roten Zahlen.
Die Aktie befindet sich zudem in einem anhaltenden Abwärtstrend, in den letzten fünf Jahren verlor sie 93 Prozent an Wert. ECOreporter rät von einem Einstieg ab.
Enapter AG: ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0
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