Die Nel-Aktie gewinnt kräftig an Wert – wie schätzt ECOreporter ein Investment ein? / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: Konzern der Samsung-Gruppe wird Großaktionär bei Nel

Der südkoreanische Baukonzern Samsung E&A wird größter Einzelaktionär des norwegischen Wasserstoffunternehmens Nel. Die Nel-Aktie gewinnt zweistellig an Wert, Wetten auf sinkende Kurse geraten unter Druck.

Wie Nel vergangene Woche mitteilte, wird sich Samsung E&A an einer Kapitalerhöhung von Nel beteiligen. Der Konzern soll danach etwa 9,1 Prozent der Anteile halten und so zum größten Einzelaktionär der Norweger aufsteigen.

Leerverkäufer unter Druck

Samsung E&A ist Teil der Samsung Gruppe, des größten Firmenkonglomerats Südkoreas. International ist vor allem die Tochter Samsung Electronics bekannt, unter anderem weltgrößter Hersteller von Smartphones. Tatsächlich umfasst Samsung aber eine Vielzahl von Beteiligungen und Geschäftszweigen.

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Laut der Mitteilung wollen Nel und Samsung S&E künftig bei der Elektrolyse-Technologie der Skandinavier zusammenarbeiten, also bei Geräten zur Herstellung von Wasserstoff durch die Aufspaltung von Wasser. Die Koreaner wollen Kunden demnach künftig komplette Wasserstoffanlagen anbieten, für die dann Nel-Geräte verwendet werden.

Die Nel-Aktie gewann nach der Ankündigung am vergangenen Mittwoch 31 Prozent an Wert. Zusätzlich wirkt sich laut Beobachtern die Hoffnung auf eine Grundgesetzänderung und neue Infrastruktur-Investitionen in Deutschland positiv aus. Innerhalb einer Woche stieg der Nel-Kurs um 68 Prozent, aktuell notiert die Aktie im Tradegate-Handel weitere 6,3 Prozent im Plus zum Vortag bei 0,30 Euro (Stand: 18.3.2025, 9:55 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 43 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie allerdings 26,3 Prozent eingebüßt.

Der Kursanstieg dürfte aber auch daran liegen, dass Shortseller, auch Leerverkäufer genannt, im großen Stil Nel-Aktien nachgekauft haben. Solche Profianleger wetten auf sinkende Kurse – dabei leihen sie sich Aktien gegen eine kleine Gebühr und verkaufen sie. Wird die Rückgabe fällig, kaufen sie die Papiere zu im Idealfall deutlich niedrigeren Kursen zurück.

Geht der Plan auf, ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis abzüglich der Leihgebühr der Gewinn. Steigt die Aktie aber, wie nun im Fall von Nel, müssen Investoren die Papiere teurer zurückkaufen, als sie sie verkauft haben – die Verluste sind dabei theoretisch unbegrenzt.

Nel schreibt weiter rote Zahlen

Um die Papiere noch möglichst günstig zu bekommen und die Verluste gering zu halten, beginnen Leerverkäufer daher, in großem Stil Aktien zu kaufen. Die hohe Nachfrage treibt allerdings den Kurs, die Aktie wird immer teurer – und es sind möglicherweise gar nicht genügend Aktien im Umlauf, um die Nachfrage zu befriedigen. An der Börse spricht man dann von einem "Short Squeeze".

Wirtschaftlich steht Nel weiter nicht gut da. Zwar stieg im vierten Quartal 2024 der Auftragseingang um 13 Prozent. Von einem profitablen Geschäft bleiben die Norweger aber weit entfernt. Der Verlust sank 2024 im Vergleich zu 2023 deutlich, lag allerdings noch immer bei 244 Millionen Norwegischen Kronen (21 Millionen Euro). Zudem räumt Nel selbst ein, dass bei Aufträgen im Umfang von 653 Millionen Kronen (57 Millionen Euro) ein "erhebliches Risiko einer Verzögerung oder Annullierung" besteht. Das Unternehmen hat bereits diverse Sparmaßnahmen eingeleitet und fährt auch die Produktion teilweise zurück.

Die aktuellen Kursgewinne von Nel finden auf einem niedrigen Niveau statt und zeigen erneut, dass die Aktie längst ein Spekulationsobjekt ist. In den letzten drei Jahren büßte sie 82 Prozent ihres Werts ein. Noch ist völlig unklar, in welchem Umfang Nel von dem Samsung-Deal tatsächlich profitieren kann. ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg in die Aktie ab.

Nel ASA:  ISIN NO0010081235 / WKN A0B733

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