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Wasserstoff: Thyssenkrupp Nucera kauft Technologie von insolventem Konkurrenten
Der Dortmunder Elektrolysespezialist Thyssenkrupp Nucera übernimmt wesentliche Technologien des insolventen dänischen Unternehmens Green Hydrogen Systems. Thyssenkrupp Nucera erweitert seine Kompetenz bei der Wasserstoffherstellung damit um die sogenannte Hochdruck-Elektrolyse.
Der Kauf umfasst laut Nucera geistiges Eigentum von Green Hydrogen Systems sowie ein Testzentrum mit einem funktionsfähigen Prototypen im dänischen Skive. Über den Kaufpreis wurde laut Nucera Stillschweigen vereinbart, die Zahlung erfolge aber vollständig aus liquiden Mitteln.
Wasserstoffherstellung unter Druck soll klaren Vorteil bringen
Green Hydrogen Systems steckt in finanziellen Schwierigkeiten und muss die Firma restrukturieren. Am Donnerstag hatten die Dänen Insolvenz angemeldet und erklärt, im Rahmen des Sanierungsprozesses sei noch kein durchschlagender Erfolg erzielt worden.
Lesen Sie für einen Überblick zur Wasserstoffbranche auch das ECOreporter-Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Diese Wasserstoff-Aktien sind aktuell spannend.
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Die von Green Hydrogen Systems entwickelte Wasserstofferzeugung unter erhöhtem Druck kann laut Nucera den Aufwand einer Verdichtung des Wasserstoffs nach der Herstellung deutlich reduzieren oder ganz einsparen. Das sei "ein klarer Vorteil" für Anwendungen wie Pipeline-Einspeisung, Mobilitätsinfrastruktur und industrielle Syntheseprozesse, bei denen verdichteter Wasserstoff direkt benötigt wird.
Nucera will den Kauf in diesem Spätsommer abschließen. Der Insolvenzverwalter von Green Hydrogen Systems, bestimmte Gläubiger und die Behörden müssen noch zustimmen. Der Kauf des Teilgeschäfts wurde laut Unternehmen noch vor der Insolvenz vereinbart.
Die Nucera-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 3,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 9,36 Euro (Stand: 20.6.2025, 12:00 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat der Kurs 5,4 Prozent eingebüßt.
Anfang Juni hatte die Aussicht auf einen Großauftrag die Nucera-Aktie beflügelt: Die Dortmunder sollen für einen bislang nicht genannten Auftraggeber eine sogenannte Front-End-Engineering- und Designstudie (FEED) für ein groß angelegtes Wasserstoffprojekt in Europa durchführen.
Fragwürdiges Projekt in Saudi-Arabien
Die geplante Wasserelektrolyseanlage soll eine Kapazität von rund 600 Megawatt haben und könnte laut Schätzungen von Analysten zu Auftragseingängen in Höhe von 200 bis 300 Millionen Euro führen. Eine finale Investitionsentscheidung wird laut Nucera aber erst 2026 fallen.
Nucera ist mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro im Wasserstoffsektor ein vergleichsweise großes Unternehmen und konnte zuletzt wachsen, schreibt allerdings operativ rote Zahlen. Die unsicheren Aussichten im nur sehr langsam hochfahrenden Wasserstoffsektor machen die Aktie weiterhin zu einem spekulativen Investment.
Zudem wird der Umsatz im Wasserstoffgeschäft besonders von dem Projekt NEOM getrieben, einer futuristischen Stadt, die in der Wüste im Nordwesten Saudi-Arabiens entsteht. Das Projekt steht wegen Zwangsumsiedlungen in der Kritik, Sicherheitskräfte töteten mehrere Demonstranten. Andere Protestierende wurden verhaftet und später hingerichtet. 2029 sollen in NEOM mitten in der Wüste die asiatischen Winterspiele stattfinden.
Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA: ISIN DE000NCA0001 / WKN NCA000
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