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Zu viel Bürokratie: Viele unabhängige Vermögensverwalter meiden Nachhaltigkeit
Eigentlich sollen regulatorische Vorgaben dafür sorgen, dass Vermögensverwalter besser zu nachhaltigen Investments beraten. Doch das geht offenbar nach hinten los.
Nur 30 Prozent der unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland berücksichtigen nachhaltige Aspekte in den Anlagestrategien für ihre Kunden und dokumentieren dies entsprechend den regulatorischen Vorgaben. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg unter 132 der geschätzt etwa 400 unabhängigen deutschen Vermögensverwalter hervor.
Nachhaltig, ohne es so zu nennen
Laut InVV schrecken viele Verwalter vor nachhaltigen Angeboten zurück, weil der bürokratische Aufwand hier höher und komplexer ist als bei herkömmlichen Finanzprodukten. Manche Vermögensverwalter würden faktisch zwar nachhaltige Angebote unterbreiten, diese allerdings nicht als solche ausweisen, um ihren Dokumentationsaufwand zu verringern.
Grundsätzlich wird die sich weiterhin auch abseits von nachhaltigen Themen häufig ändernde Regulatorik von drei Viertel der Umfrageteilnehmer als eine der größten Herausforderungen in ihrem Beruf genannt.
„In der Vergangenheit wurde gehofft, dass sich eine Lernkurve im Umgang mit regulatorischen Anforderungen einstellen würde“, erläutert Hartwig Webersinke, Leiter des InVV. „Die kontinuierlich neuen Themen, die auf Vermögensverwalter zukommen, verhindern jedoch diese Entwicklung.“ Vor allem kleine Vermögensverwaltungen würden die regulatorischen Anforderungen stark belasten.