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AMD profitiert von KI-Boom, Aktie gewinnt 4 Prozent
Der US-Chipkonzern AMD hat es in den letzten Monaten geschafft, seinen Umsatz mit KI-Halbleitern mehr als zu verdoppeln, und erhöht seine Prognose. Die zuletzt unter Druck geratene Aktie zieht wieder an.
AMD setzte im letzten Quartal 2,8 Milliarden US-Dollar mit Chips für Rechenzentren um, in denen überwiegend Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) laufen. Vor allem die Prozessoren der MI300-Reihe waren Unternehmensangaben zufolge sehr gefragt.
Insgesamt lagen die Umsätze im Segment Rechenzentren 115 Prozent über dem Vorjahresniveau. Wegen der positiven Entwicklung geht AMD-Chefin Lisa Su in dieser Sparte jetzt von 4,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz aus – 500 Millionen Dollar mehr als bislang erwartet. AMD ist im KI-Chip-Bereich mittlerweile die weltweite Nummer zwei hinter dem noch deutlich größeren Branchenführer Nvidia.
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Insgesamt setzte AMD im letzten Quartal 5,9 Milliarden Dollar um, 9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2023. Der Nettogewinn vervielfachte sich von 27 auf 265 Millionen Dollar. Neben dem KI-Segment entwickelte sich auch der Verkauf von PC-Prozessoren gut, hier stiegen die Umsätze um knapp die Hälfte auf 1,5 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Chips für Spielekonsolen brach hingegen um fast 60 Prozent auf 648 Millionen Dollar ein. Für das aktuelle Quartal kalkuliert AMD mit einem hohen Umsatz von ungefähr 6,7 Milliarden Dollar.
Trägt der KI-Hype?
Die AMD-Aktie gewann am gestrigen Mittwoch nach Bekanntgabe der neuen Zahlen mehr als 4 Prozent an Wert. In den letzten vier Wochen hatte sie 12 Prozent verloren – Marktbeobachter befürchten derzeit, dass Chip-Aktien mit starkem KI-Bezug überbewertet sind, unter anderem weil Kunden zunehmend versuchen, weniger Hochleistungshalbleiter einzukaufen. Apple beispielsweise leiht sich künftig KI-Chips bei Google, statt sie wie bislang für viel Geld von Nvidia zu kaufen.
Langfristig hat sich die AMD-Aktie sehr gut entwickelt: Im Jahresvergleich notiert sie 28 Prozent im Plus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 385 Prozent gewonnen. Aktuell kostet sie im Tradegate-Handel 134,16 Euro (Stand 1.8.2024, 10:01 Uhr).
Auch ECOreporter sieht bei der AMD-Aktie die Gefahr einer Überbewertung. Ob der derzeitige KI-Boom anhalten wird und AMD wie erhofft davon profitieren kann, ist unklar. Und die anderen Geschäftsbereiche des Konzerns rechtfertigen nicht das derzeit sehr hohe erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 von 86. Das erwartete 2025er KGV ist mit 40 ebenfalls hoch. Neueinsteiger sollten auf weitere Kursrücksetzer warten, langfristig orientierte Aktionäre die Aktie halten.
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AMD Inc.: ISIN US0079031078 / WKN 863186