Die USA wollen ASML-Geschäfte mit China offenbar stärker einschränken. / Foto: ASML

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ASML: US-Sanktionspläne überschatten starkes zweites Quartal

Der niederländische Maschinenbauer ASML hat im zweiten Quartal 2024 die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen und mehr Aufträge erhalten. Im Fokus standen jedoch neue Pläne in den USA, das China-Geschäft von ASML einzuschränken. Die Aktie verliert zweistellig.

ASML baut die weltweit modernsten Anlagen zur Herstellung von Halbleitern. Das Unternehmen profitiert aktuell stark von der Nachfrage für Chips im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) – ohne die Technologie der Niederländer wäre deren Fertigung nicht möglich.

USA wollen offenbar Druck auf Niederlande verschärfen

Für das zweite Quartal meldete ASML einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern  die Erwartungen der Analysten. Diese hatten nach Umfragen der Nachrichtenagentur Reuters einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 6 Milliarden Euro.

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Der Auftragseingang zwischen April und Juni belief sich auf 5,6 Milliarden Euro, 24 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Bruttomarge lag laut Unternehmen bei 51,5 Prozent.

An der Börse stand jedoch ein Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" im Vordergrund. Demnach will die US-Regierung drastische Handelsbeschränkungen durchsetzen, um zu verhindern, dass ASML-Technologie nach China gelangt. Zudem soll ASML genau wie US-Unternehmen untersagt werden, bereits in China befindliche Systeme zu warten und zu reparieren.

Laut Bloomberg planen die USA dafür, den diplomatischen Druck auf die Niederlande zu erhöhen. Zwischen den Ländern gab es zuletzt Spannungen, da sich die niederländische Regierung zuletzt gegen Forderungen wehrte, strengere Auflagen für ASML zu erlassen. Verkäufe von ASML nach China machten im zweiten Quartal fast die Hälfte des Umsatzes des Konzerns aus.

Im Xetra-Handel schloss die ASML-Aktie am Mittwoch 10,8 Prozent im Minus zum Vortag bei einem Preis von 871,80 Euro (Stand: 17.7.2024, 17:39 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 10,9 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 31,2 Prozent im Plus.

Aktie mittlerweile teuer

Der Kurs von ASML ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Auch langfristig ist die Aktie sehr gut gelaufen, auf fünf Jahre betrachtet beträgt der Wertzuwachs 365 Prozent. Die Aktie ist nach den deutlichen Zuwächsen mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 52 für 2024 teuer. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch die politischen Spannungen. Anlegerinnen und Anleger sollten sich vorerst zurückhalten.

ECOreporter schätzt die Perspektiven von ASML weiterhin positiv ein, die Aktie bleibt aber eine Investment-Idee für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger.

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ASML Holding N.V.:  ISIN NL0010273215 / WKN A1J4U4

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