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Erneuerbare Energie, Meldungen
Ausschreibung für Solaranlagen überzeichnet – welche Projekte fallen auf?
Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der Februar-Ausschreibung für Aufdach-Solaranlagen veröffentlicht. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 315 Megawatt (MW) reichten Unternehmen 169 Gebote für insgesamt 369 MW ein. Der größte Zuschlag ging mittelbar an ein riesiges „Haus“-Solarprojekt. Auch dem weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock und einer deutschen Privatbank dürfte das Ergebnis der Ausschreibung gefallen.
Die Ausschreibungsrunde mit der genauen Bezeichnung „Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden zum Gebotstermin 1. Februar 2025“ war um das 1,2-fache überzeichnet. Der Wettbewerb lag damit auf ähnlichem Niveau wie in der Vorrunde. Die Bundesnetzagentur konnte 143 eingereichten Geboten mit einem Volumen von 317 MW einen Zuschlag erteilen.
Durchschnittlicher Zuschlagswert nur knapp über 9 Cent/kWh
Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte bewegen sich zwischen 7,90 Cent/kWh und 9,69 Cent/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 9,10 Cent/kWh und damit nur geringfügig über dem Wert von 9,04 Cent/kWh aus der vorherigen Ausschreibungsrunde im Oktober 2024. Der zulässige Gebots-Höchstwert liegt mit 10,40 Cent/kWh deutlich höher.
Regional verteilen sich die Zuschläge auch in dieser Runde ausgewogen. Die meisten Zuschläge gingen an Projekte in Nordrhein-Westfalen (78 MW, 29 Zuschläge), gefolgt von Niedersachsen (49 MW, 20 Zuschläge), Sachsen-Anhalt (35 MW, 16 Zuschläge) und Bayern (33 MW, 18 Zuschläge).
Es durften Gebote eingereicht werden, die eine Leistung von größer als 1 MW bis zu 20 MW umfassen. 88 der erteilten Zuschläge gehen an Gebote mit einer Gebotsmenge bis 2 MW.
Den größten Zuschlag erhielt ein Unternehmen, dessen Projekt inzwischen ein für Aufdach-Solaranlagen gigantisches Ausmaß annimmt. Zahlreiche Zuschläge gingen an zwei Unternehmen, die finanzkräftige Geldgeber haben. Details dazu erhalten Sie im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Sehr große Solaranlage auf einem Gewächshaus
Das größte Gebot der Februar-Ausschreibung hatte ein Volumen von 12,1 MW und ging an die Westhoff Energy GmbH. Bereits bei der Ausschreibung im Oktober 2024 hatte das Unternehmen den größten Zuschlag mit rund 20,0 MW erhalten.
Die Westhoff Energy GmbH hat ihren Sitz im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen in der Gemeinde Südlohn, wo sich auch der Solaranlagenstandort befindet. Laut Handelsregister ist der Geschäftszweck der Westhoff Energy GmbH „der Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Gewächshaus der Westhoff Gartenbau- und Spezialkulturen GbR und anderen Flächen sowie die Direkteinspeisung des erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz“.
Zuschläge für Enviria und Sunrock
Gemäß den Angaben in der Zuschlägeliste der Bundesnetzagentur gingen neun Zuschläge für zusammen rund 20 MW an verschiedene Enviria-Gesellschaften. Enviria, laut Impressum die Enviria Energy Holding GmbH aus Frankfurt am Main, übernimmt nach eigenen Angaben sowohl die Finanzierung, Planung, Installation und den Betrieb von Solaranlagen als auch die Integration von Ladestationen und Energiespeichern. Mehr als 200 Mitarbeitende haben laut Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2017 über 500 gewerbliche Projekte umgesetzt.
Im Februar 2024 teilte Enviria mit, dass man mit dem weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock eine Kapitalbeteiligung in Höhe von über 200 Millionen US-Dollar über den Fonds Global Renewable Power IV (GRP IV) vereinbart habe. Im Januar 2025 informierte Enviria zudem darüber, dass die von der Privatbank Berenberg beratenen Green Energy Debt-Fonds Enviria eine Unitranche-Finanzierung von bis zu 60 Millionen Euro bereitstellen. Diese Transaktion ist laut Enviria ein wichtiger Schritt zur Realisierung der größten Pipeline für Aufdach-Solaranlagen in Deutschland.
Sechs Zuschläge für zusammen rund 24 MW gingen in der aktuellen Ausschreibungsrunde an die Sunrock Solarproject 1 GmbH & Co. KG. Nähere Infos zu der Firma und ihrer Verbindung zu einem großen Bekleidungsunternehmen lesen Sie hier.