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Bericht: Intel und TSMC einigen sich auf Joint-Venture
Der US-Chiphersteller Intel und der taiwanesische Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) haben sich auf die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Betrieb von Chipfabriken in den USA geeinigt. Das berichtet das Nachrichtenportal "The Information".
TSMC soll demnach einen Anteil von 20 Prozent an dem Joint Venture übernehmen. Die Mehrheit der Anteile sollen Intel "und andere Chiphersteller" halten. Um welche anderen Konzerne es dabei geht, bleibt vorerst unklar.
Legt TSMC Fertigungsmethoden offen?
Intel will demnach einen Teil seiner bestehenden Fabriken in die Kooperation einbringen. TSMC soll laut "The Information" Details zu seinen Produktionsmethoden teilen und Mitarbeiter schulen, dafür aber kein Kapital einbringen. Intel hat technologisch bei der Fertigung den Anschluss verloren und spielt etwa bei Chips für Künstliche Intelligenz (KI) keine Rolle. Die Geschäfte bei den US-Amerikanern laufen schlecht. Mittlerweile sind auch mehrere große Fabrikneubauten auf Eis gelegt.
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Die Gespräche zwischen Intel und TSMC sollen von der Regierung unter US-Präsident Donald Trump initiiert worden sein. Im März gab es bereits Berichte, wonach TSMC plane, gemeinsam mit den US-Konzernen Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom die Auftragsfertigung von Intel zu kaufen.
Über eine mögliche Zerschlagung von Intel wird schon länger spekuliert. Allerdings dauern die Gespräche über die konkrete Ausgestaltung der Kooperation laut "The Information" noch an. Intel wolle etwa größere Entlassungswellen verhindern – der Konzern hat im Zuge seines Sparprogramms bereits zahlreiche Stellen gestrichen.
Die Intel-Aktie gewann im gestrigen Handel 2,1 Prozent an Wert, aktuell notiert sie am Finanzplatz Tradegate weitere 0,5 Prozent im Plus bei 20,40 Euro (Stand: 4.4.2025, 9:30 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 7,7 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 45 Prozent an Wert eingebüßt.
Für die TSMC-Aktie ging es am gestrigen Donnerstag 7,6 Prozent abwärts, dafür dürften vor allem die neuen US-Zölle verantwortlich sein. Im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell zum Vortag 0,7 Prozent im Plus und kostet 143,80 Euro (Stand: 4.4.2025, 9:38 Uhr). Im Monatsvergleich ging es für den TSMC-Kurs 12,6 Prozent abwärts, im Jahresvergleich legte er 11,5 Prozent zu.
Risiken bei beiden Aktien
Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte Intel zwar bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Ob das gelingen kann und was ein Joint Venture mit TSMC für die Pläne von Intel bedeuten würde, ist aber unklar. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Intel-Aktie ab. Zu groß sind die Unsicherheiten über die Zukunft des Konzerns. Auch welche Strategie der neue Konzernchef Lip-Bu Tan verfolgen wird, ist noch nicht klar.
TSMC ist der wichtigste Chiphersteller der Welt und steht im Unterschied zu Intel wirtschaftlich sehr gut da – allerdings liegt das auch am mittlerweile überhitzten und auch nervösen KI-Sektor. Um seine Produktion internationaler aufzustellen, plant TSMC zahlreiche neue Fabriken, unter anderem in Dresden. In den USA will der Konzern 100 Milliarden Dollar in neue Fertigungsstätten investieren, auch um Strafzölle zu vermeiden. Angesichts von Donald Trumps völlig unberechenbarer Zollpolitik ist aber kaum einschätzbar, ob die Zölle TSMC letztlich nicht doch belasten werden.
Hinzu kommt die Gefahr, dass China Taiwan abriegelt oder dort einmarschiert. Die Volksrepublik betrachtet die de facto unabhängige Insel als abtrünnige Provinz. Die westliche Welt könnte von der Versorgung mit hochmodernen Chips abgeschnitten werden. Bis es eine nennenswerte Fertigung außerhalb Taiwans gibt, werden Jahre vergehen. Zwar liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der TSMC-Aktie für 2025 bei moderaten 17. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern rät ECOreporter aber nicht zum Einstieg.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800
Intel Corp.: ISIN US8740391003 / WKN 909800
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