Lip-Bu Tan übernimmt die Leitung des in der Krise steckenden Chipkonzerns Intel. / Foto: Intel

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Intel findet neuen Chef – Aktie zieht deutlich an

Der US-Chiphersteller Intel hat einen neuen Chef gefunden, der Branchenveteran Lip-Bu Tan wird am 18. März die Führung des Konzerns übernehmen. Tan war bereits in der Vergangenheit Teil des Intel-Verwaltungsrats gewesen. Die Intel-Aktie springt nach oben.

Tan arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Chipbranche, zuletzt war der in Malaysia geborene US-Amerikaner Chef von Cadence Design Systems, einem Anbieter von Software zur Chipentwicklung. Bis vergangenen August war der Manager Mitglied des Intel-Verwaltungsrats. Laut Medienberichten zog er sich wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Konzernchef Pat Gelsinger zurück.

"Intel wieder zur Weltklasse machen"

Gelsinger war im Dezember als Intel-Chef zurückgetreten. Er hatte es nicht geschafft, den Konzern aus der Krise zu führen, stattdessen musste er zuletzt einen harten Sparkurs inklusive Stellenstreichungen einleiten und milliardenschwere Fabrikprojekte wieder aufgeben oder auf Eis legen – auch das geplante Werk in Magdeburg. Intel hat technologisch den Anschluss an die Konkurrenz verloren, auch beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt der Konzern bislang praktisch keine Rolle. Das Geschäftsjahr 2024 hat das Unternehmen tief in den roten Zahlen abgeschlossen, auch der weitere Ausblick sorgte für Enttäuschung am Finanzmarkt. ECOreporter berichtete hier.

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"Wir werden hart daran arbeiten, aus Intel wieder einen Hersteller von Weltklasse-Produkten zu machen", sagte Tan. Auch als Auftragsfertiger werde er den Konzern in der Weltspitze etablieren – der Aufbau des sogenannten Foundry-Geschäfts war von Gelsinger eingeleitet worden, bislang kämpft die neue Sparte aber mit Problemen und schreibt hohe Verluste. Er sei "zuversichtlich, den Turnaround zu schaffen", so Tan.

Die Intel-Aktie reagierte auf die Nachricht in der vergangenen Woche mit einem Kurssprung von knapp 18 Prozent. Aktuell notiert sie im Tradegate-Handel 0,6 Prozent zum Freitag im Minus und kostet 21,92 Euro (Stand: 17.3.2025, 9:43 Uhr). In den letzten sechs Monaten stieg der Intel-Kurs um 13,5 Prozent, auf Jahressicht hat die Aktie 44,3 Prozent an Wert verloren.

Zuletzt hatte es Gerüchte über eine mögliche Zerschlagung von Intel gegeben. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" soll der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC bei den US-Konzernen Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom wegen einer möglichen gemeinsamen Übernahme von Intel-Sparten vorgefühlt haben. ECOreporter berichtete hier. Demnach überlegt TSMC, zusammen mit Partnern die Auftragsfertigung von Intel zu kaufen und sie in den eigenen Konzernverbund zu integrieren. 

Bisher haben sich die Unternehmen laut "Handelsblatt" nicht zu den Gerüchten geäußert. Ein solcher Kauf müsste zudem wohl hohe politische Hürden nehmen – Intel fertigt auch Chips für das US-Militär.

Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern zwar bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Ob das gelingen kann, ist aber unklar. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Intel-Aktie ab. Die Unsicherheiten bezüglich der Zukunft des Konzerns sind groß.

Intel Corp.:  ISIN US4581401001 / WKN 855681

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