Canadian Solar leidet unter deutlich niedrigeren Verkaufspreisen für seine Solarmodule. / Foto: Canadian Solar

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Canadian Solar erzielt weniger Umsatz und senkt Ausblick

Der kanadisch-chinesische Solarkonzern Canadian Solar hat im zweiten Quartal 2024 weniger Umsatz erzielt und auch den Ausblick für das Gesamtjahr deutlich gesenkt. Für die Aktie des Unternehmens geht es deutlich abwärts.

Canadian Solar verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar, ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit fiel der Einbruch noch stärker aus als im ersten Quartal, in dem der Konzern einen Rückgang der Einnahmen um 22 Prozent verbuchen musste.

Schwächere Margen in allen Geschäftsbereichen

Hauptgrund für die Probleme ist der Preisverfall bei Solarmodulen. Zudem stagnierten im zweiten Quartal auch die Modul-Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr bei einer Leistungskapazität von 8,2 Gigawatt (GW).

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Unter dem Strich schreibt Canadian Solar zwar weiter schwarze Zahlen. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal aber von rund 198 Millionen Dollar im Vorjahr auf 27 Millionen Dollar ein. Neben den niedrigen Modulpreisen belasteten auch geringere Margen im Verkauf von Strom aus den eigenen Anlagen und beim Angebot großer Batteriespeicher das Ergebnis. Dies wurde laut Konzern teils durch niedrigere Herstellungskosten ausgeglichen.

Die Nettoverschuldung belief sich zum 30. Juni auf 4,2 Milliarden US-Dollar und verringerte sich damit im zweiten Quartal leicht, nachdem sie im ersten Quartal auf 4,3 Milliarden Dollar angestiegen war. Nach eigener Aussage verbesserte der Konzern die Kostenstruktur bei der Finanzierung seiner Solarprojekte.

Canadian Solar fertigt nicht nur Solartechnik, sondern baut und betreibt auch selbst Solar- und Speicherparks. Ende Juni verfügte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über eine Projektpipeline von 27,4 GW.

Wie bereits nach dem ersten Quartal senkte der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Canadian Solar erwartet 2024 nun nur noch einen Umsatz zwischen 6,5 und 7,5 Milliarden Dollar gegenüber der vorherigen Prognose von 7,3 bis 8,3 Milliarden Dollar.

Niedrige Margen und politische Risiken

Als Reaktion auf die neuen Zahlen verlor die Aktie von Canadian Solar im gestrigen Tradegate-Handel 16 Prozent. Aktuell kann sie sich etwas erholen und ist 3 Prozent im Plus zum Vortag (Stand: 23.8.2024, 11:14 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 24 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 54 Prozent an Wert eingebüßt.

Neben den aktuellen Margenproblemen gibt es auch politische Risiken bei Canadian Solar. Der Konzern sitzt zwar in Kanada, lässt aber fast ausschließlich in China produzieren. Die dortige Tochter CSI Solar ist an der Börse in Shanghai notiert. Wenn sich die Spannungen zwischen China und den USA noch weiter verschärfen sollten, könnte die Produktion in der Volksrepublik zum Problem werden.

Zwar hat Canadian Solar Ende 2023 seine erste Modulfabrik in den USA in Betrieb genommen. Auch verzeichnet der Konzern nach eigenen Angaben eine starke Nachfrage nach seinen in den USA hergestellten Produkten. Doch die Abhängigkeit von China bleibt vorerst hoch.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 von 6 ist die Canadian Solar-Aktie derzeit zwar niedrig bewertet. Interessierte Anlegerinnen und Anleger müssen aber eine hohe Risikobereitschaft, einen langen Atem und gute Nerven mitbringen. Für defensive Investoren ist die Aktie aktuell kein Kandidat.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Solaraktien-Überblick.

Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY

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