Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Erneuerbare Energie, Finanzdienstleister
EB-SIM: „Erneuerbare Energien sollen ausgebremst werden“
Der Vermögensverwalter der Evangelischen Bank aus Kassel, die EB – Sustainable Investment Management GmbH (EB-SIM), warnt vor den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums zur Reform der Netzanschlussverfahren. Die Vorschläge gefährden nach Einschätzung des Investors und Betreibers von Erneuerbare-Energien-Anlagen die Finanzierbarkeit neuer Wind- und Solarparks erheblich und könnten zu einem faktischen Baustopp in vielen Regionen Deutschlands führen. Damit würde das Ziel einer klimaneutralen und geopolitisch unabhängigen Stromversorgung in weite Ferne rücken.
Die EB-SIM begrüßt grundsätzlich das Ziel, die Verfahren für Netzanschlüsse zu vereinheitlichen und transparenter zu machen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden jedoch weit über das Ziel hinausschießen.
„Ansatz gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland"
„Die Regierung will das richtige Problem lösen, wählt aber den falschen Weg“, sagt Dr. Bernhard Graeber, Geschäftsführer der EB-SIM. „Statt den schleppenden Netzausbau endlich zu beschleunigen, sollen nun die Erneuerbaren Energien ausgebremst werden. Das ist, als würde man lange Schlangen an der Supermarktkasse bekämpfen, indem man den Kunden vorschreibt, weniger einzukaufen, anstatt eine weitere Kasse zu öffnen. Dieser Ansatz gefährdet die Energiewende und den Wirtschaftsstandort Deutschland."
Besonders kritisch sieht die EB-SIM den Vorschlag, dass Betreiber neuer Grünstromanlagen künftig entweder gar keine Netzanschlusszusage mehr erhalten oder auf Entschädigungen verzichten sollen, wenn ihre Anlagen wegen Netzengpässen abgeschaltet werden müssen („Redispatch“).
„Ein unkalkulierbares Risiko“
„Keine Bank und kein Investor wird ein Projekt finanzieren, bei dem man nicht weiß, wie oft die Anlage stillsteht und kein Geld verdient“, so Graeber. „Den Betreibern die Entschädigung für solche Zwangspausen zu streichen, schafft ein unkalkulierbares Risiko. Seit Jahren besteht ein sehr starkes Interesse an Investitionen im Bereich der regenerativen Energien, was die Energiewende maßgeblich vorangetrieben hat. Gesetzesentwürfe, wie sie nun aus dem Wirtschaftsministerium gekommen sind, sorgen jedoch für erhebliche Unsicherheit. Denn auch weiterhin gibt es sehr attraktive Investitionsmöglichkeiten, insbesondere in der Speichertechnologie, aber auch im Wind- und Freiflächen-PV-Bereich."
Zudem bestehen laut EB-SIM erhebliche Zweifel, ob ein Ausschluss von Entschädigungen mit europäischem Recht vereinbar ist. Dies schaffe zusätzliche Rechtsunsicherheit, die Investoren abschrecke. Der Fokus einer echten Reform müsse darauf liegen, die wirklichen Bremsklötze zu beseitigen. Nur so seien die Ziele einer klimaneutralen und resilienten Energieinfrastruktur in Deutschland zu erreichen.
Die EB-SIM hat unter anderem den offenen Publikumsfonds Quadoro Erneuerbare Energien Europa (QEEE) mitentwickelt. Eine ECOreporter-Analyse des QEEE finden Sie hier.
Im Juli 2025 hat die EB-SIM ihren EB-Öko-Aktienfonds in EB – Global Equities umbenannt und das Anlagekonzept geändert. Mehr dazu lesen Sie hier.
Bleiben Sie immer gut informiert: Abonnieren Sie den kostenlosen ECOreporter-Newsletter.