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Elektroauto-Aktie Rivian gewinnt zweistellig – das ist der Grund
Um den US-Elektroautobauer Rivian gibt es eine neu entfachte Begeisterung. Nun treibt eine Neueinschätzung von Analysten den Börsenkurs zusätzlich. Wie bewertet ECOreporter die Aktie?
Die Rivian-Aktie ist am Montag deutlich gestiegen, an der US-Heimatbörse Nasdaq legte der Kurs um rund 11 Prozent zu. Auslöser dürfte eine positive Analystenbewertung durch das US-Investmenthaus Benchmark sein, das für die Aktie eine Kaufempfehlung aussprach und ein mittelfristiges Kursziel von 18 US-Dollar nannte. Gestern schloss die Aktie in den USA bei einem Preis von 14,45 Dollar.
Milliarden-Partnerschaft mit Volkswagen
Im Fokus standen bei der Bewertung von Benchmark Rivians Partnerschaften mit dem US-Handelsriesen Amazon und dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen. Amazon hat bei Rivian 100.000 Elektro-Lieferwagen bestellt und ist mit einem Anteil von 15,8 Prozent der größte Anteilseigner des Unternehmens. Mit Volkswagen gründet Rivian ein milliardenschweres Technologie-Joint-Venture.
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Die Amazon-Bestellung ist aber nicht neu, sondern stammt bereits aus dem Jahr 2019. Bislang hat Rivian etwa 15.000 Fahrzeuge an Amazon liefern können. Bis alle Lieferwagen beim Kunden sind, soll es noch bis 2030 dauern. Im August musste Rivian die Produktion aufgrund fehlender Teile vorübergehend stoppen.
Volkswagen will über das Gemeinschaftsunternehmen die Technologie der Amerikaner nutzen und so endlich seine Probleme in der Elektroauto-Produktion überwinden. Dafür investiert VW bis zu 5,8 Milliarden Dollar in die Kooperation, wie die Unternehmen Anfang November verkündeten.
Jüngst erhielt Rivian außerdem eine vorläufige Kreditzusage über 6,6 Milliarden Dollar vom US-Energieministerium. Damit soll der Bau einer neuen Produktionsstätte im US-Bundesstaat Georgia finanziert werden. ECOreporter berichtete hier.
Rivian hat Anfang des Jahres seine zweite Fahrzeuggeneration auf den Markt gebracht, deren Produktion deutlich kostengünstiger sein soll. Für Privatkunden bietet Rivian aktuell zwei Premium-Elektromodelle an, den SUV R1S und den Pick-up R1T. In zwei Jahren will der Konzern mit dem SUV R2 auch ein Mittelklasse-Modell auf den Markt bringen.
Fragwürdiger Ausblick
Die Benchmark-Analysten gehen davon aus, dass Rivian bereits im vierten Quartal 2024 die Gewinnschwelle erreichen könnte. "Die Fähigkeit von Rivian, Elektrofahrzeuge mit selbst entwickelter Software in den USA zu produzieren, wurde durch die Partnerschaften mit Amazon und Volkswagen klar bestätigt", so das Finanzhaus.
Aktuell ist die Rivian-Aktie im Tradegate-Handel 2,2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 14,00 Euro (Stand: 10.12.2024, 9:30 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 34 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich gab der Kurs hingegen um 21,6 Prozent nach.
ECOreporter rät seit dem Börsenstart vom Kauf der Rivian-Aktie ab und bleibt weiter bei dieser Einschätzung. Erst im Oktober musste das Unternehmen sein Produktionsziel für 2024 aufgeben. Rivian schreibt noch immer Milliardenverluste. Ob das Unternehmen der Gewinnzone ohne Sondereffekte näher kommt, ist fraglich. Die Kooperation mit Amazon hat praktisch keine Bedeutung für den Erfolg am Automarkt, die Kooperation mit VW soll vor allem VW nutzen – im Grunde lizenziert Rivian für mehrere Milliarden Dollar seine Technologie an den Konkurrenten aus Wolfsburg.
Zwar gilt Rivian technisch als herausragend. Bislang produziert und verkauft das Unternehmen aber nur wenige Autos. Bis zum Start des ersten Mittelklasse-Modells wird es noch Jahre dauern, und auf welche Nachfrage die Fahrzeuge dann treffen werden, ist unklar.
Rivian Automotive Inc.: ISIN US76954A1034 / WKN A3C47B
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