Erneuerbare Energie rückt bei Unternehmen stärker in den Fokus. / Foto: Pixabay

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Energiekrise: Unternehmen investieren in grüne Energie

Der Iran-Krieg hat die Preise für Öl und Gas in die Höhe getrieben, Unternehmen wird die teure Abhängigkeit von fossiler Energie plötzlich wieder schmerzlich bewusst. Nun suchen sie verstärkt nach Möglichkeiten, sich aus erneuerbaren Quellen zu versorgen.

Unternehmen bemühen sich verstärkt um nachhaltige und damit vor allem günstigere Alternativen zu Öl und Gas. So erklärte die auf Energie-, Klima- und Umweltrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Ritter Gent gegenüber dem "Handelsblatt", ihre Mandanten setzten sich "verstärkt damit auseinander, Solaranlagen zu installieren oder Lieferverträge für Strom aus erneuerbaren Energien abzuschließen".

Senkung der Energiekosten als oberstes Ziel

Aus der Industrie selbst kommen ähnliche Stimmen. "Der März 2026 war im Gesamtbereich Photovoltaik für Privat- und Geschäftskunden der nachfragestärkste Monat seit 2023", erklärt etwa Filip Thon, Chef von Eon Energie Deutschland, einer Tochter des Essener Energiekonzerns Eon.

Rasmus Errboe, Chef des dänischen Energiekonzerns und Offshore-Weltmarktführers Ørsted, hatte in dieser Woche gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, der Iran-Krieg werde die Energiewende in Europa beschleunigen. Er erwartet, dass ein stärkerer Wunsch nach energiepolitischer Unabhängigkeit den Ausbau der Windkraft auf See antreiben wird.

Als der Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 ebenfalls eine Energiekrise auslöste, ließ sich bereits ein ähnlicher Trend beobachten. Laut einer 2022 durchgeführten Umfrage der unabhängigen Denkfabrik Agora Industrie ist die Senkung der Energiekosten mit 69 Prozent der stärkste Antrieb für Klimaschutzinvestitionen bei Unternehmen. Dahinter kommt mit 51 Prozent ein eigener Beitrag zum Klimaschutz. Befragt wurden damals mehr als 10.000 Unternehmen.

Ein entsprechender Trend zeigt sich laut "Handelsblatt" derzeit bei vielen Unternehmen. So wollen etwa der Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro und der Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen stärker auf erneuerbare Energie und weniger Erdgas setzen. Das senkt Emissionen und soll die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Bundesregierung bei Investitionen gefragt

In einer aktuellen Studie hat Agora Energiewende unter anderem untersucht, wie allein die Umstellung von Gas auf Strom bei Prozessen Geld sparen kann. Der Analyse zufolge senkt die Umstellung in einem Fallbeispiel bei Trocknungsprozessen unter 100 Grad die Energiekosten über die ersten fünf Jahre um 33 Prozent. Aber: "Wenn Industrieunternehmen sich unabhängiger von teurem Erdgas machen wollen, ist das in der Regel mit einer Investition in eine neue Anlage verbunden", so Julia Metz, Direktorin von Agora Industrie.

Nach Ansicht der Denkfabrik braucht es daher gezielte Finanzierungs- und Förderangebote, um Unternehmen beim Umstieg zu helfen. Hier könnte der Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung ins Spiel kommen. Der soll von 2027 bis 2030 insgesamt 7,6 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln für Klimaschutzmaßnahmen bereitstellen. Für Investitionen in Dekarbonisierung der Prozesswärme und in Elektrifizierungstechnologien sind 2,9 Milliarden Euro vorgesehen. Nun kommt es darauf an, dass diese Ankündigungen auch umgesetzt werden.

Mehr zu Investments in erneuerbare Energien lesen Sie in den zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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