Eolus konzentriert sich mittlerweile auf Windparkprojekte an Land. / Foto: Eolus

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Eolus-Aktie verliert 15 % – „Windenergie in der Ostsee ist nicht rentabel“

Das schwedische Erneuerbare-Energien-Unternehmen Eolus nimmt Sonderabschreibungen auf Projekte vor und senkt seine finanziellen Ziele. Die Aktie bricht ein.

Eolus teilte gestern mit, man habe nach einer Neubewertung der Marktbedingungen für Offshore-Windkraft in Schweden und Finnland und einer Prüfung des eigenen Projektportfolios für das vierte Quartal 2025 Wertabschreibungen auf Projekte von insgesamt 240 Millionen Schwedischen Kronen (23 Millionen Euro) vornehmen müssen. Zwei Drittel davon beträfen Offshore-Projekte, also Vorhaben auf hoher See. Das Unternehmen will jetzt mit einem Sparprogramm seine jährlichen Kosten um 60 Millionen Kronen (5,7 Millionen Euro) senken.

"Mangelnde politische Unterstützung"

„Die Ostsee bietet reichhaltige und ungenutzte Windressourcen, die für die Erreichung der nationalen Ziele für die Stromerzeugung und Elektrifizierung sowohl in Schweden als auch in Finnland von entscheidender Bedeutung sind“, erläutert Eolus-Chef Per Witalisson. „Das haben wir gesehen, als wir 2021 mit der Entwicklung von Offshore-Projekten begonnen haben, und das ist auch heute noch der Fall. Trotzdem haben das langsame Tempo der Elektrifizierung, regulatorische Hindernisse und mangelnde politische Unterstützung dazu beigetragen, dass Offshore-Windenergie in der Ostsee kurz- und mittelfristig wirtschaftlich nicht rentabel ist.“

Eolus hatte bereits 2024 die Entwicklung neuer Offshore-Projekte gestoppt. Das Offshore-Portfolio des Unternehmens ist mittlerweile von 8,8 auf 1,0 Gigawatt zusammengeschrumpft. Derzeit arbeitet Eolus auf hoher See nur noch am Windparkprojekt Västvind vor Göteborg und Öckerö an der Westküste Schwedens. Das Management sieht dort aufgrund der Lage des Windparks und der starken regionalen Unterstützung vergleichsweise gute Bedingungen, unter anderem sind der Hafen von Göteborg und der Autobauers Volvo an dem Projekt beteiligt. 

Nach den Abschreibungen geht Eolus für das vierte Quartal 2025 nun von einem operativen Verlust von ungefähr 315 Millionen Kronen (30 Millionen Euro) aus. Für das Gesamtjahr 2025 soll der operative Verlust bei etwa 310 Millionen Kronen (29 Millionen Euro) liegen, der Cashflow bei plus 226 Millionen Kronen (21 Millionen Euro). Ende Dezember verfügte Eolus eigenen Angaben zufolge über Cash-Bestände und Cash-Äquivalente von insgesamt 550 Millionen Kronen (52 Millionen Euro). Seinen Jahresbericht für 2025 will das Unternehmen am 11. Februar veröffentlichen.

Lesen Sie auch die jeweils zweiteiligen ECOreporter-Überblicke zu Windaktien und zu Solaraktien.

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