Freiheit und Demokratie in den USA sind bedroht. Das schreckt auch Anlegerinnen und Anleger ab. / Foto: Pixabay

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Es gibt sie: Kerngrüne Weltfonds ohne USA-Übergewicht

Sie möchten in sehr nachhaltige Aktienfonds investieren, die weltweit anlegen, aber nicht zu viele Papiere aus den USA enthalten? ECOreporter stellt drei Kandidaten vor.

In den letzten Jahren waren die Vereinigten Staaten der große Kurstreiber an der Börse. Wer viele US-Aktien hielt oder in Fonds mit hohem US-Anteil investiert war, durfte sich über beträchtliche Wertzuwächse freuen. Der breit aufgestellte Aktienindex MSCI USA ist in den letzten fünf Jahren um knapp 150 Prozent gestiegen. Auch nachhaltige US-Fonds brachten überdurchschnittlich hohe Renditen: Der Erste Responsible Stock America (ECOreporter-Test) beispielsweise gewann zwischen März 2020 und Februar 2025 mehr als 160 Prozent.

Mit den immer neuen Rekorden scheint es allerdings vorerst vorbei zu sein. Seit Donald Trump im Januar begonnen hat, sein Land systematisch zu beschädigen, hat der MSCI USA Index 7 Prozent an Wert verloren. Weitere Einbußen sind wahrscheinlich, falls Trump an seiner chaotischen Zollpolitik, seinen Massenentlassungen und seinen permanenten Drohungen gegen bislang befreundete Staaten festhält.

Trump-Risiken im Depot begrenzen

In dieser Situation ist es verständlich, wenn Anlegerinnen und Anleger ihren US-Anteil im Depot reduzieren möchten. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn die USA dominieren als größte Industrienation auch die Börse. Viele beliebte Einzelaktien wie Microsoft, Apple oder Nvidia kommen aus den Vereinigten Staaten, und im globalen Leitindex MSCI World, den viele ETFs nachbilden, haben US-Papiere einen Anteil von fast 75 Prozent.

Also alle ETFs auf den MSCI World oder andere, meist ähnlich gewichtete globale Indizes verkaufen? Warum das keine gute Idee ist, hat ECOreporter hier und hier erläutert. Dabei hilft es auch, sich die längerfristige Entwicklung des Aktienmarktes anzusehen: Selbst nach der Kursdelle der letzten Wochen befindet sich der MSCI World und auch der MSCI USA weiterhin auf historischem Rekordniveau. Aktienanlagen mit vielen US-Papieren haben in den letzten zehn Jahren etwa 5 Prozent mehr Rendite pro Jahr gebracht als Strategien ganz ohne die Vereinigten Staaten. Vollständig auf US-Investments zu verzichten, erscheint nicht sinnvoll – die USA  werden auch unter Trump die wichtigste Wirtschaftsmacht der Welt bleiben. Und Trump nicht ewig Präsident.

Dennoch spricht nichts dagegen, sein Geld weniger US-lastig anzulegen – und sei es nur, um nachts besser zu schlafen. Die einfachste Lösung: Erweitern Sie Ihr Depot um nachhaltige Europa- oder Schwellenländerfonds. ECOreporter-Fondstests finden Sie hier.

Doch es gibt auch breit aufgestellte, weltweit investierende Aktienfonds, deren US-Anteil deutlich geringer ist als etwa im MSCI World. Im Premium-Bereich finden Sie drei kerngrüne Produkte.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

GLS Bank Aktienfonds

Der GLS Bank Aktienfonds sucht seine Aktien weltweit aus, war zuletzt aber nur zu 28 Prozent in Unternehmen aus den Vereinigten Staaten investiert (Stand Ende Februar 2025). Vergleichsweise viele Aktien kommen aus Deutschland (14 Prozent) und Japan (10 Prozent). Der Fonds hält auch nicht die üblichen riesigen US-Techwerte, sondern beispielsweise Papiere des IT-Sicherheitsspezialisten Palo Alto Networks und des Medizintechnikanbieters GE HealthCare. Europäische Investments sind etwa der Walldorfer IT-Konzern SAP, die Deutsche Telekom oder der niederländische Chip-Ausrüster ASML.

Weil der GLS Bank Aktienfonds nicht in die großen, häufig nicht nachhaltigen Börsengewinner der letzten Jahre angelegt hat, bewegt sich sein Wert seit Mitte 2022 vor allem seitwärts. Auf fünf Jahre gesehen ist der Fonds respektable 47 Prozent im Plus. Die Börsenverluste der letzten Monate sind weitestgehend am Fonds vorbeigegangen, in den letzten drei Monaten hat er 3,2 Prozent gewonnen.

Der von der nachhaltigen Bochumer GLS Bank aufgelegte Fonds gehört zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter getesteten Finanzprodukten und trägt das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel. Einen aktuellen Fondstest finden Sie hier.

Die Kursentwicklung der drei Fonds:

Fondsname (mit Link zum ECOfondstest)WKNWertzuwachs 3 Monate (%)Wertzuwachs 1 Jahr (%)Wertzuwachs 5 Jahre (%)Wertzuwachs 10 Jahre (%)Anzahl AktienNachhal-tigkeits-note
GLS Bank AktienfondsA1W2CK  3,20,246,641,21261,4
Ökoworld Ökovision Classic974968-3,9-2,635,845,61001,2
Triodos Global Equities Impact FundA0RJ28-1,71,560,955,3511,9

Datenstand: 20.3.2025; Angaben ohne Gewähr

Ökoworld Ökovision Classic

Auch dem Ökoworld Ökovision Classic des grünen Anbieters Ökoworld aus Hilden hat ECOreporter sein Nachhaltigkeitssiegel verliehen. Der Fonds hat einen US-Anteil von 48 Prozent, also deutlich weniger als beispielsweise ETFs auf den MSCI World Index. Dahinter folgen Aktien aus Großbritannien (8 Prozent), Schweden (6 Prozent), der Schweiz und Dänemark (jeweils 5 Prozent). Zu den US-Investments gehören unter anderem Mastercard, der Medizintechnikkonzern Stryker und der Entsorger Waste Management. Größte Position im Portfolio ist der schwedische Streamingdienst Spotify.

Der Ökovision Classic konnte sich dem allgemeinen Abwärtstrend an der Börse in den letzten Wochen nicht entziehen, auf drei Monate gesehen ist er knapp 4 Prozent im Minus. Auf fünf Jahre betrachtet hat er 36 Prozent zugelegt. Den aktuellen ECOreporter-Test des Fonds können Sie hier lesen.

Triodos Global Equities Impact Fund

Der Triodos Global Equities Impact Fund hat eine ähnliche US-Gewichtung wie der Ökoworld Ökovision Classic (49 Prozent), hält aber teilweise andere Aktien, beispielsweise vom KI-Chip-Weltmarktführer Nvidia (größte Position) und dem Halbleiterprüfer KLA Corporation. 42 Prozent der Papiere stammen aus West- und Mitteleuropa, etwa die Pharmakonzerne Novo Nordisk und Roche oder der Windradbauer Vestas.

Der von der niederländischen Triodos Bank gemanagte Fonds hat in den letzten fünf Jahren mehr als 60 Prozent an Wert gewonnen. In den letzten drei Monaten büßte er 1,7 Prozent ein.

ECOreporter hat den Triodos Global Equities Impact Fund hier getestet.

Fazit:

Die drei Fonds können dazu beitragen, den US-Anteil in Ihrem Depot zu reduzieren. Dass sie in den nächsten Jahren bessere Renditen als beispielsweise ein MSCI World-ETF bringen werden, ist aber nicht sicher. Das hängt von ihrer Aktienauswahl und der weiteren Entwicklung des US-Marktes ab. ECOreporter empfiehlt, grundsätzlich breit an der Börse zu investieren, am besten über mehrere Fonds, die viele Branchen und Weltregionen abdecken und deren Aktienlisten sich nicht zu sehr überschneiden.

Lesen Sie dazu auch unser Dossier Fonds & ETFs: 6 Basisanlagen fürs nachhaltige Depot.

Interessante ETFs ohne USA-Schlagseite haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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