Der Deka-ETF investiert in nachhaltige Konzerne wie die DHL Group – aber auch in viele Finanzunternehmen. / Foto: DHL Group

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ETF-Test: Deka Euro Prime ESG ETF

Der Deka Euro Prime ESG ETF (ehemals Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit) investiert in große europäische Unternehmen mit besonders guter Nachhaltigkeitsnote. Aber reicht das für ein wirklich grünes Investment? Und wie hat sich der ETF finanziell entwickelt? ECOreporter hat ihn eingehend getestet.

Anbieter des ETFs ist die Fondsgesellschaft Deka mit Sitz in Frankfurt, eine Tochter der Sparkassen. Einen Teil ihrer Kundengelder investiert die Deka in Rüstung und Kohle.

Finanzen / Risiko

Der ETF wurde im August 2015 aufgelegt. Auf Jahressicht gewann er 30,5 Prozent, der weltweite Aktienindex MSCI World legte im selben Zeitraum 12,0 Prozent zu. Auf fünf Jahre gesehen ist der ETF 178,6 Prozent im Plus, der Kurs des MSCI World stieg um 108,4 Prozent.

Die Jahresgebühr ist mit 0,40 Prozent auf ähnlichem Niveau wie vergleichbare ETFs. Der Kurs schwankte deutlich, aber aber gerade angesichts des starken Wertgewinns in vertretbarem Rahmen. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens sieben, besser zehn Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF bildet den Solactive Euro Prime ESG Index des Frankfurter Anbieters Solactive nach, der 30 große Aktienunternehmen aus der Eurozone umfasst. Für die Aufnahme müssen Unternehmen die höchste Bewertung der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS ESG besitzen, den sogenannten "Prime Status". Die Bewertung erfolgt durch ISS ESG, den Index erstellt Solactive im Auftrag der Deka.

Die Unternehmen dürfen zudem bei den CO2-Emissionen und der Energieintensität ein bestimmtes Level nicht überschreiten. Dabei beachtet der ETF aber lediglich Emissionen der Kategorien Scope 1 und 2. Das bedeutet: nur Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen selbst verursacht oder die direkt mit ihm zusammenhängen. Scope 3-Emissionen, die etwa in der Lieferkette oder durch Produkte des Unternehmens entstehen, sind nicht erfasst.

Der ETF hat sich zum 1. April 2025 von Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit in Deka Euro Prime ESG ETF umbenannt und auch seine Anlagebedingungen geändert. Der Schritt ist eine Reaktion auf die neuen Leitlinien zu Fondsnamen der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Während zahlreiche vorgeblich nachhaltige ETFs und Fonds als Reaktion auf die Richtlinien Nachhaltigkeitsbegriffe aus ihren Namen entfernten (ECOreporter berichtete unter anderem hier), ging die Deka bei diesem ETF einen anderen Weg: Sie verschärfte die Richtlinien, um den Begriff "ESG" im Namen des ETFs verwenden zu können.

Seit der Änderung ist vorgeschrieben, dass mindestens 95 Prozent der Aktien im ETF nach einer ESG-Strategie verwaltet werden. Darüber hinaus gelten zukünftig weitere Ausschlüsse (mehr dazu im folgenden Absatz). ESG steht für die Bereiche Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance).

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt unter anderem Aktien von Unternehmen vollständig aus, die Geschäfte mit geächteten Waffen und Handfeuerwaffen machen. Ebenfalls tabu sind Unternehmen, die Kohle fördern, Atomstrom erzeugen oder, seit Verschärfung der Kriterien, Einnahmen aus der unkonventionellen oder arktischen Erdöl- und Erdgasförderung erzielen. Auch bei Einnahmen aus der embryonalen Stammzellenforschung, dem Verkauf gentechnisch veränderter Lebensmittel oder bei Verstößen gegen den UN Global Compact müssen Unternehmen draußen bleiben. Kritisch kann gesehen werden, dass es auch einen striktes Verbot für Geschäfte mit Abtreibungsmedizin gibt.

Zudem dürfen Aktiengesellschaften nur einen bestimmten Teil ihrer Umsätze etwa mit Kohlestrom, der konventionellen Förderung von Öl und Gas, Pelzen, Alkohol- und Tabakproduktion oder Glücksspiel erzielen. Die ECOreporter-Überprüfung der Aktienliste ergab, dass der ETF seine Vorgaben einhält. Eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

So nachhaltig sind die Aktien in diesem ETF

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