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ETF-Test: Breit und nachhaltig investiert mit einem All Country World-ETF?
Der iShares MSCI ACWI SRI ETF ist weltweit noch breiter aufgestellt als ein herkömmlicher Welt-ETF, er investiert nicht nur in Industrie-, sondern auch in Schwellenländern. Doch wie nachhaltig geht er dabei vor? Und zahlt sich die Strategie finanziell aus? Der ECOreporter-Test hat die Antworten.
Anbieter des ETFs ist iShares, die ETF-Marke des US-Vermögensverwalters BlackRock. BlackRock ist mit einem verwalteten Kapital von mehr als 11 Billionen US-Dollar der weltweit größte Vermögensverwalter. Der Konzern investiert auch umfangreich in fossile Energien, Rüstung und weitere umstrittene Geschäftsfelder.
Schwellenländer und Mindeststandards
Der ETF legt nicht nur in Industrie-, sondern auch in Schwellenländern an – aber was heißt das eigentlich? "Schwellenland" ist kein exakt definierter Begriff. Im Finanzsektor werden damit schnell wachsende Volkswirtschaften beschrieben, die sich im Übergang zum Industriestaat befinden, gleichzeitig aber etwa ein starkes Wohlstandsgefälle aufweisen.
Manchmal kann auch irritieren, welche Länder in die Kategorie fallen – neben Staaten wie Brasilien, Chile oder Südafrika sind es auch wirtschaftliche Schwergewichte wie China und Südkorea. Manche EU-Mitglieder wie Griechenland, Ungarn und Tschechien gehören ebenfalls dazu. Investments in China sind aus nachhaltiger Perspektive problematisch, unter anderem wegen Menschenrechts- und Transparenzproblemen.
Das "SRI" im Namen des iShares-ETFs steht für "Socially Responsible Investment", sinngemäß übersetzt etwa "Nachhaltige Geldanlage". Seit die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA 2025 neue Leitlinien für Fonds- und ETF-Namen erlassen hat, müssen Fonds und ETFs bei Nutzung solcher "Begriffe mit Nachhaltigkeitsbezug" Mindeststandards erfüllen. Diese sind allerdings nicht sehr streng.
Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier. Eine Liste aller bisherigen ETF-Tests gibt es hier.
Unseren Test des iShares MSCI EM SRI ETF lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.
ECOfondstest
08/2026
Einzeltest
ETF-Test
iShares MSCI ACWI SRI UCITS ETF
Finanzen: Der ETF hat in den letzten 12 Monaten 22,4 % an Wert gewonnen (24.8.2025 - 24.8.2026). Zum Vergleich: Der MSCI World Index stieg im gleichen Zeitraum um 20,5 %. Auf drei Jahre gesehen legte der ETF 54,1 % zu (MSCI World: plus 65,1 %). Für einen ETF typische günstige Jahresgebühren von 0,20 %.
Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Moderate Wertschwankungen.


Nachhaltigkeit: Der ETF investiert weltweit in 564 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, er bildet einen Index des US-Finanzkonzerns MSCI nach. Mittels eines Best-in-Class-Verfahrens wird das nachhaltigste Viertel der Unternehmen in allen zugelassenen Branchen ausgewählt. Die Bewertung und Auswahl der Aktien stammt von MSCI.
Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien: Vollständig tabu sind Geschäfte mit geächteten Waffen, Atomwaffen und die Herstellung von Tabakprodukten. Auch Unternehmen mit Verstößen gegen den UN Global Compact (u.a. Menschen- und Arbeitsrechte) werden ausgeschlossen. Erlöse aus Kohlestrom müssen weniger als 5 % des Gesamtumsatzes ausmachen, das Gleiche gilt bei Strom aus Atomkraft. Für fossile Stromversorgung insgesamt gilt allerdings die großzügige Umsatzschwelle von 50 %. Bei Öl- und Gasgeschäften wie Förderung, Raffination oder Transport gilt eine Umsatzschwelle von 10 %.
Der ETF investiert in zahlreiche Energiekonzerne, darunter Unternehmen mit klarem Fokus auf Erneuerbare wie etwa Ørsted, EDP Renewables oder Verbund. Allerdings sind im Portfolio auch die Aktien von Contact Energy aus Neuseeland, PPC aus Griechenland und EDP aus Portugal, dem Mutterkonzern von EDP Renewables. Alle drei Unternehmen betreiben Gaskraftwerke, PPC und EDP auch Kohlekraftwerke. Die Umsätze bleiben unter den vorgeschriebenen Schwellen. Insbesondere bei EDP irritiert, dass der ETF in die ganz auf erneuerbare Energie ausgerichtete Tochter investiert, dann aber zusätzlich auch in den Mutterkonzern mit fossilem Geschäft. Der ETF legt sehr konventionell an, bei der Nachhaltigkeit stark aufgestellt sind etwa der Windanlagenbauer Vestas, der Wassertechnikkonzern Xylem und der Logistikkonzern Brambles. Kritischer sehen können Anlegerinnen und Anleger etwa den Unterhaltungskonzern und Kreuzfahrtveranstalter Disney oder den US-Einzelhändler Tractor Supply, der Waffenmunition verkauft.
Transparenz: Der Anbieter iShares veröffentlicht das vollständige Portfolio des ETFs auf seiner Website. Aktienauswahlprinzip und die Ausschlusskriterien sind dort knapp dargestellt. Der Indexanbieter MSCI liefert weitere Informationen zum Auswahlprinzip des abgebildeten Index.
Nachhaltige Wirkung: BlackRock, die Muttergesellschaft von iShares, veröffentlicht in quartalsweise erscheinenden "Stewardship Reports" ihr Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen sowie schriftliche Dialoge mit Unternehmen. Ob damit konkrete Veränderungen erreicht wurden, bleibt allerdings weitgehend offen.
Gesamtnote:
1
2
3
4
5
6
Fazit: Ein mäßig nachhaltiger ETF mit Schlupflöchern für fossile Stromerzeugung. Auch China-Investments sind nachhaltig fragwürdig. Die finanzielle Entwicklung ist zwar ordentlich, insgesamt überzeugt der ETF aber nicht.
Nachhaltigkeitsnote:
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
4,0
Nachhaltigkeits-Management:
3,0
Transparenz:
3,0
Nachhaltige Wirkung:
3,3
Finanznote:
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
3,2
Sicherheit/Risiko:
2,7
Kosten:
1,3
Wertentwicklung: Wertentwicklung: Performance in Relation zu Vergleichsindex und Festgeldanlagen (Faktor 5 in Finanznote). Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.
Wertentwicklung in %
8/2023 - 8/2026

Stärken
- Niedrige Gebühren
- Strenges Best-in-Class-Verfahren
Schwächen
- Investments in fossile Stromerzeugung
- Keine Positivkriterien
Empfohlene Anlagedauer:
Fondsname:
iShares MSCI ACWI SRI UCITS ETF
Start:
2023
Nachgebildeter Index:
MSCI ACWI SRI Select Reduced Fossil Fuel Index (USD)
ISIN:
IE000JTPK610
Internet:
Volumen 25. August 2026:
116 Millionen US-Dollar
Jahresgesamtkosten (TER):
0,2%