Fallen die Börsenkurse, schichten Anbieter dynamischer hybrider Lebensversicherungen Kapital in fest verzinste Produkte um. / Grafik: Pixabay

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Finanzaufsicht sieht Risiken bei hybriden Lebensversicherungen

Versicherungskonzerne setzen derzeit verstärkt auf Mischformen aus klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherungen. Auf deren Risiken weisen die Anbieter nach Einschätzung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde BaFin nicht immer ausreichend hin.

Klassische Lebensversicherungen garantieren den Kundinnen und Kunden einen festen Zinssatz, bei fondsgebundenen Policen hängt die Rendite davon ab, wie die jeweiligen Fonds laufen. Probleme sieht die BaFin vor allem bei sogenannten dynamischen Hybridprodukten. Diese verschieben ihr Vermögen je nach Marktlage zwischen den Fonds-Investments und dem fest verzinsten Deckungskapital.

Die daraus entstehenden Risiken haben nicht nur Auswirkungen auf die einzelne Police, sondern verändern die Renditen aller Versicherten, da in den klassischen Vertragskomponenten neben den festen Zinsen auch Überschussbeteiligungen verbucht werden.

Umschichten kann Rendite kosten

Diese können nach Einschätzung der BaFin sinken, wenn Versicherungsanbieter verstärkt Geld in liquide Kapitalanlagen mit kurzen Laufzeiten und geringem Renditepotenzial stecken, um bei den hybriden Produkten flexibel umschichten zu können. Zudem gaben auf Anfrage der BaFin nur vier von zehn Lebensversicherern an, sie hätten die bei den Umschichtungen anfallenden Transaktionskosten analysiert, als sie ihre dynamischen Hybridprodukte entwickelten.

Die Behörde weist auch darauf hin, dass sich Umschichtungen nicht zwingend positiv auf die Renditen auswirken. So habe es zu Beginn der Coronakrise 2020 bei dynamischen Hybridversicherungen teils erhebliche Verschiebungen in fest verzinste Investments gegeben. Kundinnen und Kunden hätten anschließend nur eingeschränkt von der schnellen Erholung der Börsenkurse profitiert, weil die Versicherer ihre Fonds-Beteiligungen erst mit Verzögerungen wieder aufstockten.

Die BaFin fordert die Anbieter deshalb dazu auf, die Wirkungsweise der Umschichtungsalgorithmen künftig noch stärker bei ihren Produktprüfungen zu berücksichtigen.

ECOreporter schätzt Lebensversicherungen wegen ihrer oft hohen Kosten, niedrigen Renditen und unflexiblen Vertragskonditionen grundsätzlich als wenig attraktiv ein.

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