TotalEnergies ist wegen Greenwashing verurteilt worden. / Foto: imago, NurPhoto

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Gericht verurteilt Ölkonzern TotalEnergies wegen Greenwashing

Ein französisches Gericht hat TotalEnergies wegen der Irreführung von Verbrauchern zu einer Geldstrafe verurteilt. Der französische Ölriese muss außerdem alle entsprechenden Aussagen von seiner Website entfernen.

Ein Zivilgericht in Paris verurteilte TotalEnergies wegen einer Werbekampagne aus dem Jahr 2021. Das Urteil ist die erste Anwendung der 2023 verschärften Regeln gegen Greenwashing in Frankreich.

Fast alle Einnahmen aus fossilen Aktivitäten

In der Kampagne hatte das Unternehmen behauptet, bis 2050 klimaneutral werden zu wollen und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten. TotalEnergies betonte dabei seine Investitionen in Wind- und Solarkraft.

Tatsächlich basiert ein Großteil des Konzerngeschäfts aber weiter auf Öl und Gas. Im vergangenen Jahr stammten dem Gericht zufolge laut EU-Daten 97 Prozent der Einnahmen aus Aktivitäten, die nicht ökologisch nachhaltig sind. Zudem werden diese Aktivitäten weiter ausgebaut.

Drei Nichtregierungsorganisationen (NGOs), darunter Greenpeace Frankreich, hatten deshalb gegen TotalEnergies geklagt. Sie sahen eine "große Diskrepanz" zwischen Werbung und tatsächlicher Aktivität des Unternehmens.

Das Gericht schätzte dies auch so ein und verurteilte TotalEnergies dazu, jeder der drei NGOs eine Entschädigung in Höhe von 8.000 Euro zu zahlen. Zusätzlich muss der Konzern insgesamt 15.000 Euro zur Deckung der Anwaltskosten übernehmen.

Außerdem verpflichtete das Gericht TotalEnergies, innerhalb eines Monats alle Aussagen zu CO₂-Neutralität und Energiewende, die als irreführend eingestuft wurden, von seiner Website zu entfernen. Auch muss der Konzern einen Link zu der Gerichtsentscheidung veröffentlichen. Passiert das nicht, drohen Strafen von bis zu 20.000 Euro pro Tag. TotalEnergies hat das Urteil nach eigener Aussage akzeptiert.

Umweltorganisation sieht "Wendepunkt"

"Dieser Sieg markiert einen Wendepunkt für den Verbraucherschutz, den Klimaschutz und den Kampf gegen Greenwashing-Praktiken", teilte Greenpeace France mit. "Es ist weltweit das erste Mal, dass ein großes Öl- und Gasunternehmen gerichtlich verurteilt wurde, weil es die Öffentlichkeit getäuscht hat, indem es sein Image in Bezug auf seinen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel grün gewaschen hat."

Einigen Vorwürfen der Kläger folgte das Gericht jedoch nicht: Es sah es nicht als erwiesen an, dass TotalEnergies Erdgas und Biokraftstoffe irreführend als saubere Energie beworben habe.

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