Setzt das Altersvorsorgedepot falsche Prioritäten? / Foto: GLS Bank

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GLS Bank kritisiert Altersvorsorgedepot

Auch die Bochumer GLS Bank wird ab 2027 das neue Altersvorsorgedepot anbieten. Bei den staatlichen Vorgaben für das Produkt sieht das sozial-ökologische Geldhaus aber Versäumnisse.

Das Altersvorsorgedepot (AVD) startet Anfang Januar als Nachfolger der weitestgehend gescheiterten Riester-Rente. Die Grundidee: Wer regelmäßig Geld in sein AVD einzahlt, um für den Ruhestand vorzusorgen, erhält vom Staat Zuschüsse. Damit nicht wie bei der Riester-Rente viele Verträge vorzeitig gekündigt werden und hohe Gebühren die Renditen auffressen, ist das AVD flexibler und in vielen Fällen auch günstiger.

„Das AVD ist eine willkommene Gelegenheit, uns mit der Zukunft zu beschäftigen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Wir entscheiden nicht nur über die finanzielle Seite, sondern auch darüber, in welche Unternehmen wir investieren und welche Wirtschaftsweise wir unterstützen“, sagt GLS Bank-Vorständin Aysel Osmanoglu.

„Rendite bedeutet mehr als Geld“

Auf Anfrage von ECOreporter teilt die Bank zudem mit:

„Wir sind grundsätzlich für das AVD. Durch das Vorsorgemodell wird vielen Menschen das Investieren nähergebracht. Leider hat die Regierung beim AVD keine Richtlinien vorgegeben, wohin das Geld fließen soll. Die meisten Banken und Versicherer haben keine eigenen Ausschluss- oder Positivkriterien, verfolgen keine demokratischen oder ökologischen Werte.

Ohne klare Richtlinien investieren die Rentner*innen von morgen ihre Zukunft überwiegend in den USA, fördern die Tech-Branche, also Apple, Google, Meta und Amazon. Während Brücken in Deutschland gesperrt werden und nachhaltige Stromnetze ausgebaut werden müssen, fließt Geld ins Ausland. Das Argument: die höchste Rendite. Das muss nicht sein. 

Rendite bedeutet auch, gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu schaffen. Eine Zukunft, in der wir in 30 bis 50 Jahren friedlich zusammenleben können. Rendite bedeutet mehr als Geld. Was bringt es mir als Rentner*in, ein paar mehr Euro auf einem Depot zu haben, wenn in meiner Stadt die Bäume und Menschen krank sind, Kulturstätten und Bibliotheken schließen und Altenpflege nicht mehr bezahlbar ist?“

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