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Infineon mit Umsatzeinbruch – Erwartungen aber übertroffen
Der Chip-Hersteller Infineon hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 (Oktober bis Dezember) weniger Umsatz erzielt, übertraf aber die eigenen Erwartungen. Auch seine Jahresprognose hob das Unternehmen aus Neubiberg bei München an.
Zwischen Oktober und Dezember erzielte Infineon einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro, ein Rückgang um 8 Prozent zum gleichen Zeitraum des Vorjahres – laut Unternehmen "die Folge schwächerer Nachfrage in allen vier Segmenten". Die Segmentergebnis-Marge lag bei 16,7 Prozent.
Positive Wechselkurseffekte sollen Umsatz treiben
Der Nettogewinn lag bei 246 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 587 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte allerdings jeweils mit noch etwas schwächeren Zahlen gerechnet. Auch die Analysten-Prognosen wurden übertroffen.
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"In einem schwachen Marktumfeld hat sich Infineon gut behauptet und das erste Quartal leicht besser als erwartet abgeschlossen", so Infineon-Chef Jochen Hanebeck. Grundsätzlich bleibt der Konzern bei seinem Ausblick beim "prognostizierten Muster".
Nach einem Abbau der hohen Lagerbestände bei Kunden soll sich die Nachfrage demnach schrittweise erholen. Dabei sticht laut Infineon "der anhaltende Trend zur Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) positiv hervor". KI-Anwendungen treiben den Bedarf an Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, bei denen sich Infineon als führend sieht.
Seine Gesamtjahresziele hob der Konzern leicht an – aufgrund des niedrigeren Wechselkurses von Euro zu Dollar. Infineon erwartet nun einen stabilen bis leicht steigenden Umsatz statt leicht rückläufigen Erlösen. Die Segmentergebnismarge soll im mittleren Zehner-Prozentbereich liegen. Zuvor hatte Infineon etwa 15 bis knapp 20 Prozent prognostiziert. Im laufenden zweiten Quartal rechnet das Management mit rund 3,6 Milliarden Euro Umsatz.
Aktie für Risikobereite
Die Infineon-Aktie legte nach Präsentation der Zahlen kräftig zu und ist im Xetra-Handel aktuell 10,4 Prozent im Plus zum Vortag bei einem Kurs von 34,52 Euro (Stand: 4.2.2025, 9:19 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 3,1 Prozent an Wert gewonnen, auf Jahressicht ist sie 0,6 Prozent im Minus.
Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal 2023/24 hatte Infineon Anfang August angekündigt, 1.400 Stellen zu streichen und Jobs in Niedriglohnländer zu verlagern. Das Unternehmen leidet vor allem unter der Flaute im Automobilsektor. Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt. Der Konzern erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Unternehmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen - auch im für Infineon wichtigen Automobilbereich.
ECOreporter sieht trotz der aktuellen Schwierigkeiten weiter Potenzial bei der Aktie. Im Geschäftsjahr 2022/23 hatte Infineon einen Rekordgewinn erzielt, und auch aktuell erreicht der Konzern noch solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie vertretbar bewertet. Risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont können weiterhin mit einer kleinen Position einsteigen.
Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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