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Infineon sieht Durchbruch bei Stromsparchips
Dem bayrischen Chipkonzern Infineon ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, mit einem neuen Verfahren Halbleiter aus Galliumnitrid deutlich günstiger herzustellen. Die zuletzt schwächelnde Infineon-Aktie springt wieder leicht an.
Infineon hat als laut eigener Aussage weltweit erstes Unternehmen damit begonnen, Galliumnitrid-Chips auf 300 Millimeter großen Scheiben, sogenannten Wafern, in Serie zu fertigen. Auf die Scheiben passen mehr als doppelt so viele Halbleiter wie auf die bislang gängigen Wafer mit einem Durchmesser von 200 Millimetern. Dadurch wird die Herstellung günstiger.
Hoffnungsträger KI
Galliumnitrid-Chips sind unter anderem für den Wachstumsmarkt Künstliche Intelligenz interessant, weil KI-Anwendungen sehr energieintensiv sind und Halbleiter aus Galliumnitrid besonders wenig Strom verbrauchen. Zudem benötigen sie weniger Platz für die gleiche Leistung, dadurch können beispielsweise Ladegeräte kleiner konzipiert werden.
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Bisher hatten Galliumnitrid-Chips den Nachteil, dass sie in der Produktion deutlich teurer sind als die üblichen Silizium-Halbleiter. Infineon möchte langfristig Galliumnitrid-Chips genauso günstig fertigen können wie Silizium-Halbleiter. Analysten sehen Chancen, dass sich der bislang noch kleine Markt für Galliumnitrid-Produkte in den nächsten fünf Jahren verzehnfachen wird.
Die Infineon-Aktie reagiert positiv auf den Start der Galliumnitrid-Serienfertigung: Am gestrigen Mittwoch gewann sie 2,4 Prozent an Wert. Heute hat sie im Tradegate-Handel bislang weitere 0,7 Prozent zugelegt und kostet derzeit 29,67 Euro (Stand 12.9.2024, 9:24 Uhr). Im Jahresvergleich notiert die Aktie 9 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie knapp 64 Prozent an Wert gewonnen. Zuletzt befand sich der Kurs in einer Abwärtsbewegung, in den letzten drei Monaten büßte er 22 Prozent ein.
Infineon muss sparen
Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 hatte Infineon Anfang August angekündigt, 1.400 Stellen zu streichen und Jobs in Billiglohnländer zu verlagern. Zudem sollen andere, bereits länger angekündigte Sparmaßnahmen weiterhin wie geplant durchgeführt werden. Das Unternehmen leidet gerade im für Infineon wichtigen Automobilsektor unter einer geringeren Nachfrage.
ECOreporter sieht dennoch weiter Potenzial für die Aktie. Im Geschäftsjahr 2022/23 hatte Infineon einen Rekordgewinn erzielt, und auch in der aktuellen Flaute erreicht der Konzern noch solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 für das laufende Geschäftsjahr und 18 für 2024/25 ist die Aktie nicht günstig, aber noch vertretbar bewertet.
Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt. Der Konzern erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Unternehmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen - auch im Automobilbereich. Die Aktie ist damit nach Einschätzung der Redaktion keine Option für vorsichtige Anlegerinnen und Anleger. Risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont können hingegen weiterhin mit einer kleinen Position einsteigen.
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Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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09.03.26
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