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Infineon verkauft US-Werk
Der bayrische Halbleiterkonzern Infineon verkauft seine Chip-Fabrik in Austin im US-Bundesstaat Texas an das US-Unternehmen SkyWater Technology, will aber weiter Halbleiter aus dem Werk beziehen.
In der Fabrik werden auf 200-Milllimeter-Wafern bis zu einer Milliarde Halbleiter pro Jahr unter anderem für die Automobilindustrie gefertigt. SkyWater übernimmt die rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Infineon und will das Werk künftig als Auftragsfertiger betreiben. Infineon hat sich mit einem langjährigen Lieferabkommen einen Teil der Produktion gesichert.
Keine Wettbewerbsvorteile in Austin
„Die Transaktion folgt der Fertigungsstrategie von Infineon, in den Bereichen, in denen eine eigene Fertigung keine Wettbewerbsvorteile bietet, Synergien mit strategischen Auftragsfertigern zu schaffen“, erläutert Infineon-Vice President Alexander Gorski. „Die Partnerschaft mit SkyWater bietet beiden Unternehmen Vorteile, schafft Synergien, unterstützt unser profitables Wachstum und sichert unsere langjährige Fertigungsbasis in den USA mit einem starken und zuverlässigen Fertigungspartner.“
Zum Kaufpreis für das Werk machten Infineon und SkyWater keine Angaben. Infineon beschäftigt in den USA an 15 Standorten insgesamt rund 5.000 Menschen. Derzeit baut der Konzern in Deutschland ein neues Werk am Standort Dresden. Das Projekt wird von der Bundesregierung mit 920 Millionen Euro gefördert (ECOreporter berichtete hier).
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Die Infineon-Aktie schwankt seit zwei Jahren auf hohem Niveau. Im Februar hat sie 6 Prozent an Wert gewonnen, auf Jahressicht notiert sie 2,5 Prozent im Plus. In den letzten fünf Jahren ist der Kurs um 81 Prozent gestiegen. Heute startete die Aktie mit einem Minus von 1,7 Prozent und einem Preis von 34,78 Euro in den Handel an der Frankfurter Börse (Stand 28.2.2025, 8:28 Uhr).
Infineon hat im letzten Quartal die eigene Prognose übertroffen, von 3,4 Milliarden Euro Umsatz blieben 246 Millionen Euro als Nettogewinn hängen (ECOreporter berichtete hier). Im aktuellen Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatzanstieg auf 3,6 Milliarden Euro.
Risiken in China
Nach einem Gewinneinbruch hatte Infineon Anfang August 2024 angekündigt, 1.400 Stellen zu streichen und Jobs in Niedriglohnländer zu verlagern. Das Unternehmen leidet vor allem unter der Flaute im Automobilsektor. Ein Risiko bleibt zudem die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt. Der Konzern erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Unternehmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen - auch im für Infineon wichtigen Automobilbereich.
ECOreporter sieht trotz der aktuellen Schwierigkeiten weiter Potenzial bei der Aktie. Im Geschäftsjahr 2022/23 hatte Infineon einen Rekordgewinn erzielt, und auch aktuell erreicht der Konzern noch solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 für das im September endende Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie eher hoch bewertet, für das Geschäftsjahr 2025/26 liegt das erwartete KGV bei vertretbaren 19. Ein Investment für etwas risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont.
Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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