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Infineon kauft Automobil-Sparte von Marvell
Der größte deutsche Halbleiterkonzern Infineon übernimmt für 2,5 Milliarden US-Dollar die Automotive-Ethernet-Sparte des US-Unternehmens Marvell Technology. Wie schlägt sich die Infineon-Aktie im aktuell sehr unruhigen Börsenumfeld?
Das Automotive-Ethernet-Segment von Marvell produziert kabelbasierte Datenübertragungssysteme für Autos. In der Sparte arbeiten mehrere hundert Menschen, in diesem Jahr werden 225 bis 250 Millionen Dollar Umsatz und eine Bruttomarge von etwa 60 Prozent erwartet.
Infineon baut sein Automobilgeschäft aus
Der Bereich hat seine wichtigsten Niederlassungen in den USA, Deutschland und Asien und beliefert mehr als 50 Automobilkonzerne. Mit dem Zukauf möchte Infineon seine Marktstellung als Automobilzulieferer weiter verbessern. Der Konzern aus Neubiberg ist bereits Weltmarktführer bei Mikrocontrollern für Fahrzeuge.
Infineon will die Übernahme teilweise mit eigenen liquiden Mitteln stemmen und sich den Rest des benötigten Geldes leihen. Unternehmensangaben zufolge ist die Finanzierung über Bankdarlehen bereits gesichert. Der Kauf soll im weiteren Jahresverlauf abgeschlossen werden.
Wie ECOreporter die Infineon-Aktie derzeit einschätzt, erfahren Sie im Premium-Bereich.
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Die Infineon-Aktie kann sich dem aktuellen, von Donald Trump ausgelösten Abwärtssog an den Börsen nicht entziehen. Auf Wochensicht ist der Kurs um 18 Prozent eingebrochen. Zuvor hatte er sich zwei Jahre lang überwiegend seitwärts bewegt.
Im Jahresvergleich notiert die Aktie derzeit 25 Prozent im Minus, auf fünf Jahre betrachtet hat sie 54 Prozent an Wert gewonnen. Heute Morgen kostet sie im gettex-Handel 24,09 Euro (Stand 9.4.2025, 7:57 Uhr).
Mit der Marvell-Übernahme investiert Infineon in einen Bereich, der zuletzt wegen der allgemeinen Flaute im Automobilsektor eher mäßig lief. Infineons Umsatz und Gewinn lagen zuletzt deutlich unter Vorjahresniveau (ECOreporter berichtete hier).
Unsicherheiten in China
Nach einem Gewinneinbruch hatte der Konzern Anfang August 2024 angekündigt, 1.400 Stellen zu streichen und Jobs in Niedriglohnländer zu verlagern. Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit Infineons vom chinesischen Markt. Das Unternehmen erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Firmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen - auch im für Infineon wichtigen Automobilbereich.
ECOreporter sieht trotz der aktuellen Schwierigkeiten weiter Potenzial in der Aktie. Im Geschäftsjahr 2022/23 hatte Infineon einen Rekordgewinn erzielt, und auch aktuell erreicht der Konzern noch solide Margen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für das im September endende Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie nicht niedrig bewertet, für das Geschäftsjahr 2025/26 liegt das erwartete KGV bei vertretbaren 14. Ein Investment für etwas risikofreudigere Investoren mit langem Anlagehorizont.
Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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