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Infineon: Umsatz stagniert – Chiphersteller kürzt Investitionen
Der Chiphersteller Infineon kämpft mit einem weiter zähen Geschäft und schraubt seine Investitionen zurück. Bei der Marge übertrifft der Konzern jedoch die Erwartungen. Auch für das Gesamtjahr wird das Unternehmen etwas optimistischer.
Im Ende Juni abgeschlossenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 erzielte Infineon einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro, damit stagnierten die Erlöse auf dem Niveau des Vorjahres. Die operative Gewinnmarge lag bei 18 Prozent und damit zwar unter dem Vorjahr, aber über der Prognose von Infineon.
Marge verbessert sich
Das operative Ergebnis lag bei 668 Millionen Euro, 9 Prozent weniger als im Vorjahr, allerdings eine Steigerung im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 305 Millionen Euro, ein Minus von 31 Prozent zum Vorjahr und ein Plus von 31 Prozent zum Vorquartal.
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Man habe "solide Ergebnisse in einem sehr volatilen Umfeld erzielt", erklärte Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon. Die erhoffte Erholung des Geschäfts bleibt bislang weiter aus, insbesondere in der wichtigen Autosparte.
Allerdings sei die "Bestandskorrektur in unseren Zielmärkten weit fortgeschritten", so Hanebeck. Heißt: Die Lagerbestände von Händlern sind größtenteils abgebaut. Damit kann der Konzern auf neue Aufträge hoffen.
Trotzdem senkt Infineon seine Investitionsziele für das laufende Geschäftsjahr. Bis Ende September will das Unternehmen nun nur noch 2,2 Milliarden Euro in neue Werke und Maschinen stecken. Das sind 100 Millionen Euro weniger als zuletzt geplant und 300 Millionen Euro weniger, als der Konzern ursprünglich für das Geschäftsjahr vorgesehen hatte.
Im gesamten Geschäftsjahr 2024/25 erwartet Infineon einen Umsatz von etwa 14,6 Milliarden Euro, das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang. Bei der Marge wird das Management etwas optimistischer: Die um Sondereffekte bereinigte Bruttomarge soll nun mindestens 40 Prozent betragen, nach zuvor etwa 40 Prozent. Die operative Marge erwartet Infineon nun im hohen Zehner-Prozentbereich. Bislang war man vom mittleren Zehner-Prozentbereich ausgegangen.
An der Börse kamen die Zahlen von Infineon gut an. Aktuell notiert die Aktie im Xetra-Handel 3,6 Prozent im Plus zum Vortag bei 34,96 Euro (5.8.2025, 9:11 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 6,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 16,8 Prozent.
Gute Aktie mit unsicherem Ausblick
Investoren setzen schon länger auf eine Erholung im Chipgeschäft. Seit dem Jahrestief im April hat die Infineon-Aktie kräftig an Wert gewonnen. Zuletzt ging es wegen der weiter zähen Bedingungen am Markt wieder etwas abwärts. In den letzten fünf Jahren hat die Aktie sich ordentlich entwickelt und knapp 58 Prozent an Wert gewonnen.
ECOreporter sieht weiter Potenzial für Infineon. Ein Lichtblick sind vor allem die weiter soliden Margen. Ein Risiko bleibt die Abhängigkeit des Konzerns vom chinesischen Markt. Infineon erzielt ungefähr ein Drittel seines Umsatzes in China, und die chinesische Regierung drängt einheimische Unternehmen dazu, künftig möglichst viele Halbleiter selbst zu fertigen – auch im für Infineon wichtigen Automobilbereich.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von 35 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist hoch. Wer einsteigen will, braucht einen langen Atem – auch selbst Infineon tut sich schwer damit zu sagen, wann eine deutliche Verbesserung der Geschäfte eintreten kann.
Infineon Technologies AG: ISIN DE0006231004 / WKN 623100
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