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Intel: Wird der Chip-Riese zerschlagen?
Die Chipkonzerne Broadcom aus den USA und TSMC aus Taiwan haben angeblich Interesse an einer Übernahme verschiedener Sparten des angeschlagenen US-Chip-Giganten Intel. Das berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings wären die politischen Hürden für die Pläne wohl hoch.
Broadcom hat dem Bericht zufolge Interesse an einem Kauf von Intels Chipdesign- und Marketinggeschäft. Mit Beratern sollen bereits Chancen für ein mögliches Angebot ausgelotet worden sein. Ein offizielles Angebot käme für Broadcom laut WSJ aber nur dann infrage, wenn sich gleichzeitig ein Partner fände, der Intels Produktion übernimmt.
US-Regierung hat offenbar Bedenken
Unabhängig von den Broadcom-Plänen soll wiederum der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC Interesse an einer Übernahme von einigen oder sogar allen Intel-Fabriken haben. Allerdings ist unklar, ob die US-Regierung dem zustimmen würde.
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Ein ungenannter Regierungsvertreter erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Trump-Administration zwar ausländische Investitionen in den USA begrüße. Die Zustimmung für eine direkte Kontrolle über Intels Produktionsstätten durch einen nicht-amerikanischen Konzern wäre aber "unwahrscheinlich".
Intel hat noch unter US-Präsident Joe Biden Milliarden an Fördermitteln von der US-Regierung erhalten. Zudem fertigt der Konzern in hochgeheimen Anlagen auch Chips für das US-Militär.
Zuletzt hatte es wieder Gerüchte um eine mögliche Abspaltung von Intels Chipfertigung gegeben. Der Konzern ist einer der letzten großen Chipentwickler, der seine Halbleiter selbst produziert und nicht auf Auftragsfertiger wie TSMC oder den südkoreanischen Konzern Samsung setzt.
Der mittlerweile ausgeschiedene Konzernchef Pat Gelsinger hatte eine Trennung vom Fertigungsgeschäft noch kategorisch ausgeschlossen, die Interimsleitung unter Michelle Johnston Holthaus und David Zinsner tat dies zuletzt aber nicht mehr. Allerdings sucht der Konzern weiterhin einen neuen CEO.
Die Intel-Aktie ist offenbar als Reaktion auf die Gerüchte im Tradegate-Handel aktuell 5,6 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 23,73 Euro (Stand: 17.2.2025, 9:28 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 11,2 Prozent zugelegt, auf zwölf Monate betrachtet ging es für den Kurs 42,1 Prozent abwärts.
Große Unsicherheiten
Intel hat durch strategische Fehler insbesondere bei der Wahl seiner Fertigungsmethoden technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie TSMC verloren. Beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel daher bislang praktisch keine Rolle, gleichzeitig schwächelt das Kerngeschäft mit Prozessoren für PCs und Laptops. Das Geschäftsjahr 2024 hat der Konzern tief in den roten Zahlen abgeschlossen, auch der Ausblick hatte den Markt enttäuscht. ECOreporter berichtete hier.
Intel muss wegen der Probleme sparen und streicht tausende Stellen. Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern zwar bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen. Ob das gelingt, ist aber unklar.
Wie wahrscheinlich eine Zerschlagung von Intel wirklich ist, lässt sich aktuell schwer einschätzen. Entsprechende Pläne der Konkurrenz sind offenbar noch in einem frühen Stadium, hinzu kommt der mögliche Widerstand durch die US-Regierung. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es Gerüchte gegeben, der US-Konzern Qualcomm prüfe eine mögliche Übernahme von Intel – davon hat Qualcomm aber offenbar wieder Abstand genommen.
Unabhängig von den Gerüchten über einen vollständigen oder teilweisen Aufkauf rät ECOreporter defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell vom Kauf der Intel-Aktie ab. Zu groß sind die Unsicherheiten über die Zukunft des Konzerns.
Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681
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