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Intel enttäuscht mit Ausblick, will angeblich 20 Prozent aller Stellen abbauen
Der US-Chiphersteller Intel hat nach dem ersten Quartal 2025 "schmerzhafte Entscheidungen" angekündigt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg will der Konzern angeblich jede fünfte Stelle streichen. Der Ausblick für das zweite Jahresviertel sorgt unterdessen für Enttäuschung.
Der neue Intel-Chef Lip-Bu Tan nannte noch keine konkreten Zahlen, erklärte bei der Präsentation für das abgelaufene Quartal aber bereits, dass der Abbau von Arbeitsplätzen notwendig sei. Im letzten Jahr reduzierte Intel seine Belegschaft bereits von 124.800 auf 108.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg hatte Intel zuvor abgelehnt.
Prognose fällt an der Börse durch
Intel muss laut Tan die Kosten senken und bürokratische Hürden abbauen. Um das zu erreichen, seien auch weitere Maßnahmen geplant, die ebenfalls noch nicht näher ausgeführt wurden. Tan ist erst seit Mitte März Vorstandschef. Sein Vorgänger Pat Gelsinger hatte im Dezember überraschend seinen Abschied genommen, vermutlich auf internen Druck hin. Er hatte versucht, Intel mit neuen Produktionstechniken erstmals auch als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler zu etablieren, die Pläne kamen aber nur mühsam voran.
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Im ersten Quartal 2025 stagnierte Intels Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bei 12,7 Milliarden US-Dollar, was etwas besser war als vom Markt erwartet. Der Nettoverlust verdoppelte sich auf 800 Millionen Dollar, fiel aber etwas besser aus als von Analysten prognostiziert.
Allerdings enttäuschte der Konzern mit seinem Ausblick. Für das zweite Quartal 2025 stellte Intel einen Umsatz zwischen 11,2 und 12,4 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit rund 12,8 Milliarden Dollar gerechnet.
Intel hat bei der Fertigung technologisch den Anschluss verloren und spielt auch im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) bislang keine Rolle. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen. Seine Expansionspläne hat der Konzern mittlerweile wieder pausiert, auch der Bau von Chipfabriken in Magdeburg wurde verschoben. In den USA wurde die Arbeit an einem Werk in Ohio ausgesetzt, das eigentlich die modernste Chip-Fabrik der Welt werden sollte.
Tan hatte schon bei Amtsantritt einen harten Sanierungskurs angekündigt. Der Konzern soll sparen und seine Produktion gleichzeitig stärker nach Kundenwünschen ausrichten. Von nicht-zentralen Bereichen will der Konzern sich trennen. In der vergangenen Woche verkaufte Intel 51 Prozent seiner Sparte für programmierbare Chips, Altera, an den Finanzinvestor Silver Lake.
Wohl keine Kooperation mit TSMC – viele Unsicherheiten
Zuletzt hielten sich Gerüchte, dass Intel seine Produktion in ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) mit dem taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC ausgliedern könnte. ECOreporter berichtete hier. In der vergangenen Woche hatte TSMC-Chef C. C. Wei allerdings erklärt, sein Unternehmen führe "keine Gespräche mit anderen Unternehmen über Joint Ventures, Technologielizenzen oder Technologien“.
Die Enttäuschung über den schwachen Ausblick wog am Markt stärker als die übertroffenen Quartalserwartungen. Im Tradegate-Handel ist die Intel-Aktie aktuell 4,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 18,01 Euro (Stand: 25.4.2025, 9:19 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 17,5 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich sank der Kurs um 45,1 Prozent.
ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern derzeit vom Kauf der Intel-Aktie ab. Zu den aktuellen Problemen kommen Unsicherheiten über die Zukunft der Produktion des Konzerns. Es bleibt abzuwarten, ob es Intel gelingt, technologisch wieder zur Konkurrenz aufzuschließen. Zuletzt hatte das Unternehmen fast nur schlechte Nachrichten zu vermelden.
Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681
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