Intel trennt sich von weiteren Geschäftsbereichen. / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien

Intel spaltet Sparte für Risikokapital ab

Der US-Chiphersteller Intel will sein Investmentgeschäft Intel Capital ausgliedern. Auch vom Kamerageschäft möchte sich der US-Konzern trennen.

Als selbstständiges Unternehmen soll Intel Capital künftig auch Geld von externen Investoren beschaffen. Bislang hat Intel die Tochter alleine finanziert. Der Name des Risikokapitalgebers soll ebenfalls geändert werden. Intel will die Ausgliederung in der zweiten Jahreshälfte 2025 abschließen und plant, ein sogenannter Ankerinvestor zu bleiben – also ein wichtiger Anteilseigner ohne Mehrheitsanteile.

Auch Kamerageschäft wird abgespalten

Der Konzern hatte Intel Capital 1991 gegründet, damals noch unter dem Namen Corporate Business Development. Seit der Gründung hat die Sparte laut Intel mehr als 20 Milliarden US-Dollar in mehr als 1.800 Firmen investiert. Aktuell verwaltet Intel Capital ein Vermögen von 5 Milliarden Dollar.

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Intel treibt mit der Ausgliederung seine Konsolidierung weiter voran. Der Konzern muss sparen und will sich von Bereichen trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Wie Intel mitteilte, soll auch die Kamerasparte Realsense als unabhängiges Unternehmen ausgegliedert werden. Realsense entwickelt Kameras mit sogenannter Tiefenerkennung, etwa zur Erkennung von Gesichtern, aber auch von Mimik und Gestik. Das Unternehmen soll im Verlauf der ersten sechs Monate des Jahres unabhängig werden und dann zum Portfolio von Intel Capital gehören.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 19,20 Euro (Stand: 17.1.2025, 11:27 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 5,8 Prozent an Wert gewonnen, in den letzten zwölf Monaten ging es für den Kurs um 54,6 Prozent abwärts.

Intel schreibt hohe Verluste

Intel hat durch strategische Fehler insbesondere bei der Wahl seiner Fertigungsmethoden technologisch den Anschluss an Konkurrenten wie den taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC verloren. Beim Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt Intel daher bislang praktisch keine Rolle. Im dritten Quartal 2024 meldete Intel mit 16,6 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Unternehmensgeschichte – hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen und Kosten für Umstrukturierungen. Zahlen für das Gesamtjahr 2024 liegen noch nicht vor.

Mit einem neuen Fertigungsprozess namens "Intel 18A" möchte der Konzern bis Ende 2025 den Weltmarktführer TSMC technologisch wieder überholen – ob das gelingt, ist aber offen. Aktuell muss Intel sparen. Neben den Initiativen zur Ausgliederung von Geschäftssparten hat das Management auch mehrere Fabrikprojekte wieder gestoppt, etwa in Magdeburg. Nach dem überraschenden Abgang von Konzernchef Pat Gelsinger hat die Übergangführung zuletzt auch eine mögliche Abspaltung der Chip-Fertigung nicht mehr ausgeschlossen.

ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern derzeit von einem Einstieg in die Intel-Aktie ab. Zwar genießt der Konzern starke politische Rückendeckung und erhält hohe Subventionen. Aktuell sind die Unsicherheiten aber hoch.

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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