Setzt Intel bei der geplanten Chip-Fabrik in Magdeburg den Rotstift an? / Grafik: Intel

  Nachhaltige Aktien

Intel prüft laut Bericht mögliche Abspaltung der Chipfertigung

Der kriselnde US-Halbleiterkonzern Intel prüft einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge drastische Schritte, um Kosten zu sparen und wieder auf die Beine zu kommen. Dabei soll auch eine Aufspaltung zur Debatte stehen – laut Bloomberg ist das allerdings aktuell nicht die naheliegendste Variante.

Die Chipproduktion ist bereits in einen eigenständigen Bereich ausgegliedert worden, nun steht angeblich auch dessen Abspaltung zur Debatte. Bloomberg schränkte allerdings ein, dass die Überlegungen sich noch in einem frühen Stadium befänden. Unmittelbare Schritte stehen laut der Nachrichtenagentur, die sich dabei auf Insider beruft, nicht bevor. Intel wollte die Informationen laut Bloomberg auf Anfrage nicht kommentieren.

Einsparungen auch in Magdeburg?

Wahrscheinlicher ist der Agentur zufolge, dass der Konzern die Ambitionen bei seinen milliardenschweren Fabrikprojekten zurückschraubt. Durch strategische Fehler hat Intel den technologischen Anschluss in der Chipbranche verloren und kann aktuell keine nach den modernsten Fertigungsmethoden produzierten Chips anbieten. Das Unternehmen versucht deshalb, seine Produktion deutlich auszuweiten und zu modernisieren. Zudem will der Konzern auch als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler Geld verdienen.

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Gleichzeitig steht Intel im Tagesgeschäft stark unter Druck. Allein im vergangenen Quartal verzeichnete der Konzern einen Milliardenverlust, auch für das Gesamtjahr wird er wohl rote Zahlen schreiben. Anfang August kündigte Intel daher ein drastisches Sparprogramm an, inklusive des Abbaus von rund 15.000 Arbeitsplätzen. Das sind etwa 15 Prozent der Belegschaft. Insgesamt will Intel zum kommenden Jahr mehr als 10 Milliarden Dollar einsparen.

Intels Kostenstruktur sei "nicht wettbewerbsfähig", hatte Konzernchef Pat Gelsinger in diesem Zusammenhang Anfang August in einer E-Mail an die Mitarbeitenden erklärt: "Unsere Kosten sind zu hoch, unsere Margen zu niedrig." Bereits da hieß es, der Konzern habe auch Investitionspläne an die erwartete Marktentwicklung angepasst. So wurde bekannt, dass Intel Investitionen in Frankreich und Italien auf Eis legt.

Marktbeobachter diskutieren mittlerweile, ob auch das Fabrikprojekt in Magdeburg gefährdet sein könnte. In Sachsen-Anhalt plant der Konzern ein rund 30 Milliarden Euro teures Werk, 10 Milliarden Euro davon will die Bundesregierung in Form von Subventionen beisteuern. Die Inbetriebnahme der Fabrik ist eigentlich bis 2027 angepeilt, allerdings gibt es noch immer keinen offiziellen Termin für den Baubeginn.

Der Aktienkurs hat stark nachgegeben

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,2 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 19,70 Euro (Stand: 2.9.2024, 9:35 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 41,8 Prozent an Wert eingebüßt.

ECOreporter sieht erst ab 2027 wieder Chancen auf solide Gewinne bei Intel. Auch die aktuellen Fabrikprojekte werden noch Jahre brauchen, um einen positiven Einfluss auf die Geschäfte des Konzerns zu nehmen – zumal aktuell unklar ist, in welchem Umfang die ambitionierten Investitionspläne überhaupt umgesetzt werden.

Die Redaktion hat Intel daher aus seiner Liste der ECOreporter-Favoriten-Aktien in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige entfernt und durch die US-Baumarktkette The Home Depot ersetzt. Aktuell rät ECOreporter defensiven Anlegerinnen und Anlegern von einem Kauf der Aktie ab. Wer einsteigen möchte, braucht in jedem Fall viel Geduld und Vertrauen in die Strategie des Konzerns.

Einen Überblick zu Halbleiter-Aktien finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren - wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann.

Lesen Sie auch: Nachhaltig in Künstliche Intelligenz investieren? Das sind die ECOreporter-KI-Aktientipps

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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