Anhand des Beispiels Total Energies wollen Umweltschützer zeigen, wie die fossile Industrie die Energiewende behindert. / Foto: Total Energies

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Klimakonferenz COP28: Studie fordert, Klimaschutz nicht der Industrie zu überlassen

Die internationale Umweltschutzorganisation 350.org und das französische Recherche-Kollektiv Multinationals Observatory hat die Politik im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP 38 aufgefordert, neue Strategien für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu formulieren. Der Industrie dürfe man dies nicht überlassen, wie die Organisationen in einer Fallstudie am Beispiel des französischen Energiekonzerns Total Energies erläutern.

Der Bericht "TotalEnergies: This is what a total phaseout looks like" („TotalEnergies: So sieht ein totaler Ausstieg aus“) gibt demnach konkrete Wege vor, wie ein Ausstieg aus Sicht der Aktivisten auf gerechte Art und Weise erreicht werden kann. Dabei geht es um dringende Klimaschutzmaßnahmen, Investitionen in ein sauberes Energiesystem sowie darum, die Rechte und die Zukunft der Arbeitnehmer in der Industrie zu sichern.

Politik soll Vorschriften ändern

Gleichzeitig soll die Studie zeigen, mit welchen Strategien TotalEnergies sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen hinauszögert. Demnach "entlarvt" die Studie "die falschen Erzählungen und Lösungen, mit denen das Unternehmen versucht, die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass es Teil der Lösung für den Klimawandel ist".

Die Aktivitäten von TotalEnergies hätten nach wie vor verheerende Auswirkungen auf das Klima, die Umwelt und die sozioökonomischen Verhältnisse, insbesondere in Regionen, in denen das Unternehmen neue Projekte für fossile Brennstoffe plant, etwa Uganda und Tansania.

Multinationale Konzerne wie TotalEnergies existierten "in der Illusion, souveräne, von Staaten unabhängige Unternehmen zu sein". Tatsächlich beruhe ihre Macht jedoch auf rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen – und diese Bedingungen könnten durch die Politik geändert werden.

"Jahrzehntelang haben TotalEnergies und andere fossile Brennstoffriesen versucht, uns glauben zu machen, dass es keine Alternative zur derzeitigen fossilen Brennstoffindustrie gibt und dass sie Teil der Lösung für den Klimawandel sind", erklärt Clémence Dubois, stellvertretende Direktorin für globale Kampagnen bei 350.org und Koordinatorin des Berichts. "Doch die fossilen Großkonzerne sind nach wie vor Teil des Problems: Sie sind Verursacher der Klimakrise, nicht deren Lösung."

Aktuell seien 2.500 Lobbyisten der fossilen Industrie auf der Klimakonferenz vertreten. Sie würden "vielfältige Strategien zur Verzögerung sinnvoller Klimaschutzmaßnahmen" sowie "Pläne zur weiteren Ausweitung der Produktion fossiler Brennstoffe" vorantreiben. Die gleichzeitig nur geringen Investitionen in Erneuerbare Energien würden zeigen, "dass die Energiewende, die wir zur Bewältigung der Klimakrise dringend brauchen, nicht von ihnen kommen wird".

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