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Leef Holding übernimmt Wisefood – überzeugen die Zahlen?
Die Leef Holding hat bekannt gegeben, das "Höhle der Löwen"-Startup Wisefood zu übernehmen. Für 2025 ist eine Verschmelzung der operativen Unternehmen und eine Finanzierungsrunde geplant. Die wisefood GmbH und die Leef Blattwerk GmbH, Emittentin einer Anleihe, haben aber auch Probleme.
Die Leef Blattwerk GmbH vertreibt Geschirr aus Palmblatt, unter anderem für die Außengastronomie. Alleinige Anteilseignerin des Unternehmens ist die im September 2023 gegründete Leef Holding UG (haftungsbeschränkt).
Wisefood, 2017 gegründet, wurde bekannt durch die TV-Show "Die Höhle der Löwen", bei der die Gründer auftraten. Das Unternehmen ist im Bereich nachhaltiger Einweg- und Mehrwegprodukte tätig und stellt unter anderem essbare Trinkhalme her.
Synergieeffekte durch Verschmelzung
"Mit Leef arbeiten wir bereits seit mehreren Jahren im Bereich Palmblatt-Produkte erfolgreich zusammen. Die Zusammenarbeit hat immer große Freude bereitet, und umso glücklicher sind wir, in Leef den passenden Käufer gefunden zu haben," sagt Philipp Silbernagel, Gründer und Geschäftsführer von Wisefood.
"Durch die Übernahme können wir mit Leef neue Absatzkanäle in Handel und E-Commerce schneller erschließen und gewinnen eine zweite starke Marke hinzu", erläutert Claudio Vietta, Geschäftsführer der Leef Holding. Jens Christoph, zweiter Geschäftsführer des Unternehmens, ergänzt: "Durch die Übernahme werden wir den Gesamtumsatz der Leef Gruppe in diesem Jahr signifikant steigern und unsere eigene Wachstumsstory in den nächsten Jahren erfolgreich fortsetzen. Wir planen die Verschmelzung der beiden operativen Unternehmen 2025, um die Synergieeffekte vollständig heben zu können. Parallel dazu starten wir eine weitere Finanzierungsrunde."
Wisefood mit Fehlbeträgen
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Wisefood erwirtschaftet gemäß den Angaben in der Leef-Meldung vom 17.12.2024 einen siebenstelligen Jahresumsatz und konnte schon zwei Jahre nach Gründung einen sechsstelligen Gewinn verzeichnen. Allerdings rutschte die wisefood GmbH ab 2020 in die Verlustzone.
Das Unternehmen hat gemäß den Angaben in seinen Jahresabschlüssen Fehlbeträge von rund 415.000 Euro (2020), rund 860.000 Euro (2021) und rund 859.000 Euro (2022) verbuchen müssen. Durch die Verluste ist bei der wisefood GmbH zum 31.12.2022 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von rund 1,2 Millionen Euro entstanden. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 ist noch nicht im Unternehmensregister veröffentlicht (Stand: 19.12.2024).
Leef Blattwerk mit schlechtem ersten Halbjahr 2024
Auch bei der operativ tätigen Leef Blattwerk GmbH, die 2024 eine Anleihe angeboten hat, sind die veröffentlichten Finanzzahlen nicht gut.
Die Entwicklung der Umsatzerlöse der Leef Blattwerk GmbH blieb – gemäß den Angaben im Lagebericht zum Zwischenabschluss 30.6.2024 – im Berichtszeitraum erheblich hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund war nach Angaben des Unternehmens der Verzug in der Entwicklung und Markteinführung der neuen Take-Away-Produkte. Da die Gesellschaft aktuell laut Lagebericht noch nicht profitabel operiert, gehe das Verschieben solcher Produkteinführungen direkt zu Lasten des Eigenkapitals.
Im ersten Halbjahr 2024 hat die Leef Blattwerk GmbH Umsatzerlöse von rund 380.000 Euro und einen Fehlbetrag von rund 870.000 Euro verzeichnet. Dadurch erhöhte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag zum 30.6.2024 auf rund 3,92 Millionen Euro.
ECOreporter hat hohe Risiken aufgezeigt
Die Anleihe 2023/2028 (ISIN: DE000A352ER1) der Leef Blattwerk GmbH notiert an der Frankfurter Wertpapierbörse derzeit bei 80,0 Prozent (Stand: 19.12.2024, 9:22 Uhr).
Informationen zum Geschäftsjahr 2023 der Leef Blattwerk GmbH erhalten Sie hier.
ECOreporter hatte schon vor dem Vorliegen dieser Zahlen aus 2023 in einer Analyse das Fazit gezogen: „Die Leef Blattwerk GmbH hat in rund zehn Jahren Unternehmensgeschichte mit ihrem Palmblatt-Geschirr noch nicht die Gewinnzone erreicht. Mit der Anleiheemission und der geplanten Ausweitung von Produktion und Sortiment versucht sie eine Art Befreiungsschlag. Angesichts der Bilanz- und Kapitalstruktur ist das Unternehmen nach Einschätzung von ECOreporter eher ein Fall für risikofreudige Eigenkapital-Investoren, falls ihnen die Investmentstory der Emittentin gefällt. Das Zins/Risiko-Verhältnis der Anleihe überzeugt nicht.“