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Finanzdienstleister, Fonds / ETF
Mangelhafte Nachhaltigkeit: BlackRock verliert Milliardenauftrag
Der große niederländische Pensionsfonds PME lässt kein Geld mehr vom weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock anlegen. Der Grund: die unzureichenden Nachhaltigkeitsbemühungen des US-Finanzhauses.
PME hat ein Mandat für Aktieninvestments im Umfang von mehr als 5 Milliarden Euro von BlackRock auf die Schweizer Großbank UBS und den niederländischen Vermögensverwalter MN übertragen. Wie der Pensionsfonds mitteilte, habe man beschlossen, die Zusammenarbeit mit BlackRock zu beenden, weil der Konzern nicht mehr als Partner gesehen werde, dessen Handeln „am besten mit unserer Vision übereinstimmt“. Insbesondere in Klimaschutzfragen und beim Thema Engagement sieht sich PME nicht auf einer Linie mit BlackRock.
Trump verachtet den Klimaschutz und die Justiz
Der Pensionsfonds hatte bereits im Mai angekündigt, die Übertragung von Mandaten zu prüfen, falls US-Vermögensverwalter eine zu große Nähe zur Trump-Regierung zeigten. In einem Interview mit dem Nachrichtendienst Bloomberg sagte damals Daan Spaargaren, Senior-Stratege für verantwortungsbewusstes Investieren bei PME, amerikanische Fondsmanager „verurteilen nicht, was Trump tut, wie er vorgeht und wie er mit Themen wie dem Klimawandel und der Zerschlagung der Justiz umgeht. Wir sind darüber besorgt.“
Die Trump-Regierung greife die Justiz an, behindere die Energiewende und untergrabe Gleichstellungsinitiativen, so Spaargaren. Die Finanzbranche müsse darauf reagieren. Lasse man sein Geld weiter von Fondsmanagern verwalten, die ihre Geschäftsausrichtung an die aktuelle US-Politik anpassen, legitimiere man damit das Vorgehen der amerikanischen Regierung. Bei BlackRock kritisierte PME zudem, dass der Konzern aus der Klimaallianz Net Zero Asset Managers Initiative (NZAMI) ausgetreten ist.
BlackRock duckt sich weg
BlackRock hatte jahrelang mit seinen Nachhaltigkeitsambitionen geworben. Seit Donald Trump wieder in Washington regiert, ist davon aber nicht viel geblieben. Der Vermögensverwalter, der auch die iShares-ETFs verantwortet, verwendet mittlerweile nicht einmal mehr das Wort Nachhaltigkeit. Stattdessen ist von „Transition“ die Rede, also dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Damit lassen sich auch Investments in Unternehmen rechtfertigen, die bislang alles andere als grün sind. Außerdem hat BlackRock Diversitätsziele bei seinen Investments gestrichen.
Im September kündigte bereits der niederländische Pensionsfonds PFZW wegen des wenig nachhaltigen Abstimmungsverhaltens von BlackRock auf den Hauptversammlungen investierter Unternehmen ein 14-Milliarden-Euro-Mandat. Und auch andere US-Vermögensverwalter wie State Street haben mittlerweile aufgrund ihres opportunistischen Verhaltens gegenüber der Trump-Regierung Aufträge europäischer Kunden verloren.
Aktuell prüfen drei milliardenschwere öffentliche Pensionsfonds der Stadt New York, unter anderem BlackRock-Aufträge neu auszuschreiben. Der oberste Rechnungsprüfer von New York, Brad Lander, bemängelt bei BlackRock, dass der Konzern bei Großbeteiligungen an US-Unternehmen mittlerweile kein Engagement mehr zu Themen wie Klimaziele oder Lobby-Aktivitäten betreibe.
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