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Nicht nachhaltig genug: Schreibt New York BlackRock-Mandat neu aus?
Während Donald Trump den Klimaschutz bekämpft, halten viele Bundesstaaten und Städte in den USA an ihren grünen Zielen fest. Das setzt die großen US-Vermögensverwalter unter Druck.
Der oberste Rechnungsprüfer von New York, Brad Lander, hat drei milliardenschwere öffentliche Pensionsfonds der Stadt aufgefordert, bei ihren Investments auf mehr Klimafreundlichkeit zu drängen. Lander empfiehlt dem New York City Employees Retirement System (NYCERS), dem Teachers Retirement System (TRS) und dem Board of Education Retirement System (BERS), ein derzeit vom weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock gehaltenes Mandat für Anlagen in US-Aktien neu auszuschreiben und die Zusammenarbeit mit den Finanzhäusern Fidelity und Panagora ganz zu beenden. Alle drei Konzerne haben laut Brad Lander keine Investitionspläne vorgelegt, die mit den Net-Zero-Klimazielen von New York übereinstimmen.
BlackRock betreibt Lander zufolge bei Großbeteiligungen an US-Unternehmen mittlerweile kein Engagement mehr zu Themen wie Klimaziele oder Lobby-Aktivitäten. Fidelity und Panagora sollen sich auch bei investierten Firmen außerhalb der USA nicht für mehr Klimaschutz einsetzen.
Hohe Renditen mit grünen Investments
Die Stadt New York will ihre fünf Pensionsfonds, die zusammen rund 284 Milliarden US-Dollar verwalten, bis 2040 klimaneutral aufstellen und dabei auch über Abstimmungen auf Hauptversammlungen und Unternehmensdialoge nachhaltige Wirkung erzeugen. Die Fonds haben sich 2023 dazu verpflichtet, direkt in Klimaschutzlösungen zu investieren, aktiv auf ihre Partner aus der Finanzwirtschaft einzuwirken und sich von nicht-nachhaltigen Geldanlagen zu trennen. Einer der Pensionsfonds hatte 2024 nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung Finanzriesen wie JP Morgan und Citi dazu gezwungen, ihre Finanzierungsquoten für fossile und erneuerbare Energien offenzulegen.
Den Fonds ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, ihre finanzierten Treibhausgasemissionen um 37 Prozent zum Basisjahr 2019 zu senken, unter anderem durch den Ausstieg aus fossilen Energie-Investments. Trotzdem habe man im letzten Geschäftsjahr hohe Renditen von im Schnitt 10,5 Prozent erwirtschaftet.
Der Druck nimmt zu
Die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit bringen die US-Finanzindustrie in eine Zwickmühle. Denn während liberale Städte und Bundesstaaten ihr Geld grüner anlegen wollen, lehnen Präsident Donald Trump und einige republikanisch regierte Bundesstaaten jegliche Form von nachhaltigen Investments ab. Viele große amerikanische Banken und Vermögensverwalter sind deshalb seit letztem Jahr aus Klimabündnissen ausgetreten und haben sich von nachhaltigen Themen distanziert. In der Folge zogen bereits europäische Pensionsfonds Gelder von US-Finanzhäusern ab (ECOreporter berichtete hier).
Konzerne wie BlackRock werden sich irgendwann entscheiden müssen, welche Kunden ihnen wichtiger sind: Trump und seine reaktionären Gefolgsleute oder Investoren, denen der langfristige Erhalt von Umwelt, sozialen Strukturen und letztlich auch Kapital wichtig ist.