Meyer Burger will mit einer Übergangsfinanzierung eine Pleite verhindern. / Foto: Meyer Burger

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Meyer Burger sichert sich Finanzspritze – Überlebenschance "deutlich über 50 Prozent"

Das angeschlagene Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger hat sich eine Brückenfinanzierung in Höhe von bis zu rund 40 Millionen US-Dollar gesichert. Eine Gruppe von Gläubigern stützt das Unternehmen für neue Verhandlungen mit dem ehemals wichtigsten Kunden. Die Aktie verdreifacht ihren Wert. Allerdings drängt die Zeit.

Meyer Burger verhandelt aktuell mit dem US-Grünstromkonzern D. E. Shaw Renewables (Desri) über eine neue Abnahmevereinbarung. Desri hatte im November seinen Vertrag mit den Schweizern mit sofortiger Wirkung gekündigt und das angeschlagene Unternehmen damit noch tiefer in die Krise gestürzt. ECOreporter berichtete hier.

Kredit an Bedingungen gekoppelt – Zeit bis Januar

Die Verhandlungen mit Desri seien "weit fortgeschritten", wie Meyer Burger-Chef Franz Richter gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur AWP erklärte. Er sehe die Überlebenschance seines Unternehmens "bei deutlich über 50 Prozent". Desri habe ein großes langfristiges Interesse an Solarmodulen aus nicht-chinesischer Produktion.

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Eine endgültige Vereinbarung mit Desri wird laut Mitteilung von Meyer Burger noch im Laufe des Dezembers angestrebt. Diese werde "voraussichtlich die veränderte finanzielle und betriebliche Lage von Meyer Burger berücksichtigen".

Laut Meyer Burger besteht die mit "bestimmten Fonds, die bestehende Anleihegläubiger sind" vereinbarte Finanzierung von bis zu 39,48 Millionen Dollar aus mehreren Tranchen. Nach Aussage des Managements geben die Mittel dem Unternehmen die nötige Liquidität, um das Geschäft zu finanzieren – "soweit sie vollständig ausbezahlt werden können". Die erste Tranche in Höhe von 19,7 Millionen Dollar ist sofort verfügbar und wird voraussichtlich auch sofort abgerufen.

Damit weiteres Geld fließt, muss Meyer Burger allerdings "bestimmte Meilensteine" erreichen, insbesondere eine erfolgreiche Vereinbarung mit Desri. Die Kreditvereinbarung läuft zudem spätestens am 17. Januar 2025 aus.

Ziel ist es laut Unternehmen weiterhin, "eine nachhaltige Restrukturierungslösung zu erreichen und die finanzielle Lage von Meyer Burger langfristig zu stabilisieren". Die erste Zahlungstranche ermögliche nun, "den Hochlauf unserer Produktionslinien auf die volle nominale Jahreskapazität von 1,4 Gigawatt abzuschließen und ein vollständig finanziertes Geschäftsmodell umzusetzen", so Konzernchef Richter.

ECOreporter rät von Aktienspekulationen ab

Am Handelsplatz Lang & Schwarz kostet die Meyer Burger-Aktie aktuell 1,59 Euro, mit einem Plus von 222 Prozent zum Vortag hat sie ihren Wert mehr als verdreifacht (Stand: 6.12.2024, 11:27 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie nach dem Kurssprung 31 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie noch immer rund 98 Prozent ihres Werts verloren. Als Schweizer Wertpapier ist die Aktie in Deutschland nur eingeschränkt handelbar.

ECOreporter rät klar von einem Einstieg in die Aktie ab. Private Anlegerinnen und Anleger sollten sich von Spekulationen mit Anteilsscheinen, wie sie bei Meyer Burger aktuell stattfinden, fernhalten. Ob das Unternehmen seine Pleite tatsächlich abwenden kann, ist unsicher. Auch ist noch unklar, zu welchen genauen Bedingungen die Kreditvereinbarung mit der Gläubigergruppe geschlossen wurde.

Ob die Ausrichtung auf den US-Markt außerdem grundsätzlich geeignet ist, dem Unternehmen längerfristig Erfolg zu sichern, bleibt ungewiss. Ein Hochlaufen der Produktion heißt noch lange nicht, dass Gewinne in greifbare Nähe rücken. Meyer Burger hatte zudem darauf gesetzt, mit einer Produktion in den USA von Subventionen zu profitieren – hier schafft der Wahlsieg von Donald Trump deutliche Unsicherheiten.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH1357065999 / WKN A40H1E

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