Meyer Burger soll verkauft werden – und arbeitet weiter an einer Restrukturierung. / Foto: Meyer Burger

  Nachhaltige Aktien

Meyer Burger sichert sich mehr Geld und sucht nach Käufer

Das angeschlagene Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger sichert sich zusätzliches Geld von seinen Gläubigern und verschafft sich mehr Zeit. Der Konzern sucht mittlerweile einen Käufer. Die Aktie gewinnt 16 Prozent.

Meyer Burger hat sich mit seiner Gläubigergruppe darauf geeinigt, die Höhe der zugesagten Brückenfinanzierung von rund 40 auf 60 Millionen US-Dollar zu erhöhen, wie das Unternehmen mitteilte. Das Geld soll wie bisher in mehreren Tranchen ausgezahlt werden, die Schweizer erhalten dabei sofort 11,2 Millionen Dollar. Außerdem wird das Fälligkeitsdatum für alle Tranchen der Finanzierung vom 17. Januar bis zum 14. Februar 2025 verlängert.

Meyer Burger sucht nach Käufer

Meyer Burger hatte im Dezember bekannt gegeben, eine Finanzspritze zu erhalten, die das Überleben des Unternehmens vorläufig sichere. Zuvor hatte der US-Grünstromkonzern D. E. Shaw Renewables (Desri) seinen Vertrag mit Meyer Burger mit sofortiger Wirkung gekündigt und das Unternehmen damit noch tiefer in die Krise gestürzt. ECOreporter berichtete hier.

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Wie Meyer Burger weiter erklärte, hat das Unternehmen "im Zuge der Vereinbarung" eine Suche nach "einem oder potenziell mehreren interessierten Drittkäufern gestartet". Dafür habe man einem nicht näher genannten Finanzberater ein entsprechendes Mandat erteilt.

Sollte Meyer Burger keinen Käufer finden, bleibt laut Mitteilung als Alternative eine umfassende Restrukturierung. Dabei habe das Management in den vergangenen vier Monaten "wesentliche Fortschritte" erzielt. Das Unternehmen befindet sich demnach weiterhin in Verhandlungen über eine neue Rahmenvereinbarung mit Desri.

Auch die Arbeiten an der zweiten Modulproduktionslinie im US-Werk in Goodyear schreiten laut Meyer Burger voran. Der Hochlauf hat demnach begonnen. Die volle Jahreskapazität von 1,4 Gigawatt soll bis Ende dieses Jahres erreicht werden.

Die Meyer Burger-Tochtergesellschaft MBT Systems GmbH will außerdem die Stundung der Zinsen für ihre Wandelanleihen mit Endfälligkeit 2027 und 2029 erreichen. Die Zahlungen waren eigentlich im November 2024 beziehungsweise im Januar 2025 fällig geworden und wurden noch nicht geleistet. Eine Gläubigerversammlung soll eine Stundung der Zinszahlungen bis zum 25. beziehungsweise 28. Februar 2025 genehmigen. Außerdem soll die Einberufungsfrist für Anleihegläubigerversammlungen bei beiden Wandelanleihen auf fünf Kalendertage verkürzt werden.

Spekulative Aktie mit hohen Risiken

Als Schweizer Wertpapier ist die Meyer Burger-Aktie in Deutschland nur eingeschränkt handelbar. Am außerbörslichen Handelsplatz Lang & Schwarz notiert sie aktuell 16,4 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 3,40 Euro (Stand: 20.1.2025, 9:28 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 41,1 Prozent gewonnen, im Jahresvergleich ist der Wert um 88,2 Prozent gestiegen.

Anlegerinnen und Anleger sollten sich nach Einschätzung von ECOreporter von Aktienspekulationen, wie sie derzeit bei Meyer Burger stattfinden, fernhalten. Zu welchen Konditionen eine mögliche Übernahme stattfinden könnte, ist ebenso unklar wie die Frage, ob das Unternehmen seine Pleite tatsächlich abwenden kann, sollte sich kein Käufer finden. Auch die genauen Bedingungen für die neue Kreditvereinbarung mit der Gläubigergruppe stehen noch nicht fest.

Und ob die seit einiger Zeit verfolgte Ausrichtung auf den US-Markt grundsätzlich geeignet ist, dem Unternehmen längerfristig Erfolg zu sichern, erscheint fragwürdig. Ein Hochlaufen der Produktion heißt noch lange nicht, dass Gewinne in greifbare Nähe rücken. Meyer Burger hatte zudem darauf gesetzt, mit einer Produktion in den USA von dortigen Subventionen zu profitieren – ob das unter einem Präsidenten Donald Trump realistisch ist, bleibt vorerst ungewiss.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH1357065999 / WKN A40H1E

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