Bei Nel laufen die Geschäfte schlecht. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Nel: Umsatz halbiert, Verlust mehr als verdreifacht

Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel leidet unter Projektverzögerungen und dem angespannten Marktumfeld. Im ersten Halbjahr 2025 hat sich der Umsatz fast halbiert, gleichzeitig stiegen die Verluste.

Von Januar bis Juni erwirtschaftete Nel einen Umsatz von 329 Millionen Norwegischen Kronen (28 Millionen Euro), im Vorjahreszeitraum waren es noch 608 Millionen Kronen. Ein großes Problem ist laut Unternehmen, dass sich endgültige Investitionsentscheidungen für Wasserstoffprojekte trotz einer wachsenden Projektpipeline weiterhin verzögern.

Verlust mehr als verdreifacht

Nel betonte, dass mehrere Zielprojekte im Bereich von 20 bis 200 Megawatt in den kommenden Quartalen voraussichtlich voranschreiten werden. Allerdings brach auch der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten des Jahres um 74 Prozent auf 71 Millionen Kronen (6 Millionen Euro) ein. Der Auftragsbestand verringerte sich um 40 Prozent auf 1,2 Milliarden Kronen (105 Millionen Euro).

Positiv ist laut Nel, dass bei den US-Vorschriften endlich Klarheit eingekehrt ist. Mit der Verabschiedung von Donald Trumps Haushaltsgesetz steht fest, dass Wasserstoffprojekte noch bis zum 1. Januar 2028 von Steuergutschriften profitieren können. ECOreporter berichtete hier.

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Nels operativer Verlust lag im ersten Halbjahr bei 340 Millionen Kronen, nach 138 Millionen Kronen im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust stieg von 83 auf 312 Millionen Kronen (26 Millionen Euro). Das Defizit hat sich also mehr als verdreifacht – und das auch nicht aufgrund von Sondereffekten, sondern wegen der schwachen Leistung im Tagesgeschäft.

Die Zahlen von Nel kommen an der Börse schlecht an, im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 5,1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 0,22 Euro (Stand: 16.7.2025, 9:50 Uhr). Im Monatsvergleich stieg die Aktie um 10,9 Prozent, im letzten Halbjahr legte sie 15,1 Prozent zu. Auf Jahressicht gab der Kurs hingegen um 61,8 Prozent nach.

Die Kursgewinne der letzten Monate liegen vor allem am Aufschwung durch die Entwicklung in der US-Politik. Im März hatte zudem der Einstieg des südkoreanischen Baukonzerns Samsung E&A  zu einem Kurssprung geführt.

Die Geschäfte bei Nel laufen aber schlecht, gerade die sinkenden Auftragszahlen sind kein gutes Zeichen. Als ein sogenannter Pennystock mit einem Preis im Cent-Bereich ist die Aktie außerdem anfällig für Spekulationen. Das Unternehmen hat bereits diverse Sparmaßnahmen eingeleitet und seine Produktion teilweise zurückgefahren. ECOreporter rät vom Einstieg in die Aktie ab.

Nel ASA:  ISIN NO0010081235 / WKN A0B733

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