Nikola muss mehrere Elektro-Trucks zurückrufen. / Foto: Nikola

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Nikola ruft Elektro-Trucks wegen Sicherheitsproblemen zurück

Der US-amerikanische Lkw-Hersteller Nikola muss 72 Fahrzeuge zurückrufen. Es droht ein möglicher Ausfall von Instrumententafeln und daher eine erhöhte Unfallgefahr. Bei einem anderen Lkw-Problem sieht Nikola hingegen Fortschritte.

Betroffen von der Rückrufaktion sind Fahrzeuge des batterieelektrischen Modells Tre BEV aus den Jahren 2022 und 2023. Nikola stellt seit Ende 2023 auch den Wasserstoff-Lkw Tre FCEV mit Brennstoffzelle her.

Nicht das erste Problem mit Elektro-Lkws

Laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA könnten wegen eines Problems beim elektrischen Widerstand bei den betroffenen BEV-Fahrzeugen Instrumententafeln ausfallen und somit Tachometer, Warnleuchten oder andere wichtige Sicherheitsanzeigen nicht mehr funktionieren. Nikola hat nach eigenen Angaben Kunden bereits informiert, die Instrumententafeln sollen kostenlos ausgetauscht werden.

Für Nikola ist es nicht das erste Problem mit seinen Elektro-Lkws. 2022 musste das Unternehmen sämtliche Tre BEV-Lkws zurückrufen, nachdem es zu mehreren Fahrzeugbränden gekommen war. Laut NHTSA hatte auslaufendes Kühlmittel zu Kurzschlüssen in den Akkupacks geführt. Nikola hatte in seinem Finanzbericht zum dritten Quartal 2024 mitgeteilt, dass 78 reparierte Fahrzeuge mittlerweile wieder zurück auf der Straße seien, 81 Lkws befänden sind noch in den Werkstätten.

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Nikola stellt noch immer nur sehr wenige Fahrzeuge her. So reichten 88 ausgelieferte Brennstoffzellen-LKWs im dritten Quartal bereits für einen neuen Verkaufsrekord des Unternehmens. Bis Jahresende will Nikola 300 bis 350 Wasserstoff-Fahrzeuge abgesetzt haben. Das Unternehmen hatte jahrelang Probleme mit dem Aufbau seiner Produktion, Pläne für eine Fertigung in Europa mussten schon vor dem Start wieder aufgegeben werden.

Im dritten Quartal dieses Jahres erzielte Nikola einen Umsatz von 25 Millionen US-Dollar. Damit blieb das Unternehmen deutlich hinter den Analystenerwartungen von mehr als 37 Millionen Dollar zurück. Nikola schreibt auch weiter hohe Verluste, in den ersten drei Quartalen belief sich das Minus auf 481 Millionen Dollar. Damit wurde das Defizit im Vergleich zu den 813 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres zwar deutlich reduziert, bleibt aber weiterhin hoch. Nikola baute in diesem Jahr im großen Stil Stellen ab. Auch musste sich das Unternehmen mehrfach frisches Kapital besorgen.

Aktie stürzt immer weiter ab

Die Nikola-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 5,1 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 2,02 Euro (Stand: 25.11.2024, 11:53 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 52,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 92,4 Prozent an Wert eingebüßt.

Im Juni hatte Nikola einen umgekehrten Aktiensplit im Verhältnis 1:30 durchgeführt – Anlegerinnen und Anleger hatten für 30 alte eine neue Aktie erhalten, womit sich der Wert des Unternehmens auf weniger Aktien verteilte. Der Schritt war eine kosmetische Maßnahme, um den Wert der Aktie höher erscheinen zu lassen. Zudem verhinderte Nikola damit den Verlust der Zulassung an der US-Heimatbörse Nasdaq, die einen Kurs von mindestens 1 Dollar an 30 aufeinanderfolgenden Tagen verlangt.

Den Absturz der Aktie konnte Nikola damit nicht aufhalten. In den letzten fünf Jahren ging es für den Kurs um 99,8 Prozent abwärts. Profi-Investoren, sogenannte Shortseller, wetten weiter im großen Stil auf sinkende Kurse. ECOreporter rät seit Börsenstart von einem Einstieg in die Aktie ab und bleibt bei dieser Einschätzung.

Nikola Corp.: ISIN US6541103031 / WKN A40GAE

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