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Nikola streicht mehr als 100 Stellen – "notwendige Entscheidung"
Der US-Lastwagenhersteller Nikola entlässt offenbar erneut in großem Stil Personal. Erst in der vergangenen Woche hatte der Konzern steigende Verkaufszahlen für seine Wasserstoff-LKWs gemeldet.
Nikola selbst teilte mit, dass ein Stellenabbau stattgefunden habe, ohne dabei eine konkrete Zahl zu nennen. Einem Bericht des Portals "Freightwaves" zufolge sollen etwa 135 Mitarbeitende betroffen sein – das entspräche rund 15 Prozent der Belegschaft. Nikola erklärte, "dass die Anpassung notwendig sei, um den Betrieb langfristig zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben".
Investoren wetten auf sinkende Kurse
Bereits im Juni 2023 hatte Nikola 270 Stellen abgebaut, was damals rund 23 Prozent der Belegschaft entsprach. Seinerzeit blieben etwa 900 Mitarbeitende im Unternehmen. Nun folgt eineinhalb Jahre später die nächste Entlassungsrunde. Dem Portal "elektroauto-news.net" zufolge erklärten Betroffene auf der Plattform LinkedIn, vom Verlust ihres Arbeitsplatzes überrascht worden zu sein.
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Nikola-Chef Steve Girsky begründete die Entlassungen gegenüber "Freightwaves" damit, dass das Unternehmen Maßnahmen ergreifen müsse, um seine Marktposition langfristig zu festigen. Es handele sich um eine "schwierige, aber notwendige Entscheidung". Es gehe darum, die Zukunft des Unternehmens zu sichern und weiterhin Vorreiter bei emissionsfreien LKWs und Wasserstofflösungen zu sein.
Nikola hatte zuletzt steigende Verkaufszahlen gemeldet. So lieferte das Unternehmen im dritten Quartal 88 Brennstoffzellen-LKWs aus und lag damit im Rahmen der eigenen Prognose. Die Aktie des Unternehmens war um rund 20 Prozent gestiegen, drehte allerdings schon am nächsten Tag wieder ins Minus und hat seitdem überwiegend weiter verloren. Aktuell ist die Nikola-Aktie im Tradegate-Handel 0,8 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 3,96 Euro (Stand: 14.10.2024, 9:30 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 24,8 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 88,6 Prozent an Wert eingebüßt.
ECOreporter hat seit Börsenstart der Nikola-Aktie von einem Kauf abgeraten und tut das auch weiterhin. Die Zahl der verkauften LKWs steigt zwar – das Niveau bleibt aber zu niedrig, als dass Nikola damit auch nur in die Nähe der Gewinnzone kommen kann. Aktuell sind knapp 30 Prozent der Nikola-Aktien leerverkauft, Profi-Investoren, sogenannte Shortseller, wetten damit im großen Stil weiter auf sinkende Kurse. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Im Juni hatte Nikola einen umgekehrten Aktiensplit im Verhältnis 1:30 durchgeführt – Anlegerinnen und Anleger hatten für 30 alte eine neue Aktie erhalten, womit sich der Wert des Unternehmens auf weniger Aktien verteilte. Der Schritt war eine kosmetische Maßnahme, um den Wert der Aktie höher erscheinen zu lassen. Zudem verhinderte Nikola damit den Verlust der Zulassung an der US-Heimatbörse Nasdaq, die einen Kurs von mindestens 1 US-Dollar an 30 aufeinanderfolgenden Tagen verlangt. Auch seit der Maßnahme geht es für den Kurs aber weiter abwärts. Seit dem Börsenstart 2020 hat die Nikola-Aktie mehr als 99 Prozent ihres Werts verloren.
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Nikola Corp.: ISIN US6541103031 / WKN A40GAE