Nordex hat im letzten Jahr einen Auftragsrekord erreicht. / Foto: Ulrich Mertens

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Nordex: Auftragseingang 2024 auf Rekordniveau

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex hat 2024 so viele neue Aufträge erhalten wie noch nie. Im letzten Jahresviertel zogen die Bestellungen noch einmal deutlich an, auch die Verkaufspreise waren höher als im Vorjahr. Über mehrere Quartale betrachtet zeigt die Auftragslage allerdings ein ambivalentes Bild.

Im Gesamtjahr 2024 erzielte Nordex einen Rekordauftragseingang von 8,3 Gigawatt (GW), rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der verkauften Windanlagen stieg von 1.270 im Vorjahr auf 1.452.

Durchschnittliche Verkaufspreise höher

Allein im vierten Quartal bestellten Kunden demnach 547 Windenergieanlagen mit einem Gesamtvolumen von 3,3 GW – ein Plus von 32 Prozent gegenüber demselben Zeitraum 2023. Im letzten Jahresviertel kamen dabei 89 Prozent der Aufträge aus Europa und etwa 11 Prozent aus Nordamerika. Insgesamt gingen laut Nordex Aufträge aus 14 Ländern ein, die größten Einzelmärkte waren Deutschland, die Türkei und Kanada.

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"Ich bin sehr erfreut, dass die Dynamik unseres Auftragseingangs, insbesondere in den letzten Wochen des Jahres, deutlich gezeigt hat, dass wir unseren Kunden ein sehr wettbewerbsfähiges Produktportfolio anbieten können", so Nordex-Chef José Luis Blanco. "Zahlreiche Aufträge aus unseren Kernmärkten in Europa sowie bedeutende Aufträge aus Nordamerika haben zu einem sehr soliden Auftragsbestand bei stabilen Preisen bis zum Jahresende beigetragen." Auch 2025 erwartet Blanco "eine starke Nachfrage".

Allerdings profitierte Nordex bei den Aufträgen vor allem vom starken ersten und vierten Quartal. Im zweiten und dritten Jahresviertel waren die Bestellungen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen.

Der durchschnittliche Verkaufspreis in Euro pro Megawatt Leistung (ASP) verbesserte sich im vierten Quartal im Jahresvergleich von 0,84 Millionen Euro pro Megawatt auf 0,89 Millionen Euro pro Megawatt. Im Gesamtjahr 2024 lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Megawatt bei 0,9 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 0,84 Millionen Euro.

Zahlen zu Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr teilte Nordex noch nicht mit. In den ersten neun Monaten hatte das Unternehmen seinen Umsatz um 14 Prozent gesteigert und den Nettoverlust von 334 auf knapp 9 Millionen Euro reduziert. Außerdem hatte das Management seine Prognose leicht angehoben.

Im Xetra-Handel ist die Nordex-Aktie nach Präsentation der Auftragszahlen aktuell 1,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 12,09 Euro (Stand: 15.1.2025, 9:27 Uhr). Im Jahresvergleich ist der Kurs um 17,7 Prozent gestiegen.

Nordex verzeichnet Fortschritte in seinem operativen Geschäft, 2024 dürfte das Unternehmen erstmals seit 2017 wieder einen Nettogewinn erzielt haben. Analysten erwarten, dass der Gewinn weiter steigt: Während das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für das Geschäftsjahr 2024 bei hohen 258 liegt, wird es für 2025 bei deutlich niedrigeren 18 geschätzt.

ECOreporter bleibt allerdings vorerst skeptisch bei der Nordex-Aktie. In den letzten Jahren ist der Kurs mehrfach in kurzer Zeit deutlich gestiegen, um dann schnell wieder abzustürzen. Zuletzt erreichte die Aktie 2021 mit rund 23 Euro ein Sechs-Jahres-Hoch, seitdem hat sich der Kurs bereits wieder fast halbiert. Optimistische Ergebnisprognosen konnte Nordex oft nicht erfüllen, die Margen bleiben trotz Verbesserungen schwach. Eine Aktie für mutige Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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