Nordex ist in diesem Jahr profitabler geworden. / Foto: Nordex

  Nachhaltige Aktien

Nordex hebt Prognose leicht an – hilft das der Aktie?

Der Hamburger Windradbauer Nordex geht davon aus, in diesem Jahr ein etwas besseres Ergebnis zu erzielen als bislang erwartet. Der Auftragsbestand ist weiter hoch, die Margen bleiben jedoch niedrig.

Nordex erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen 2024 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust reduzierte sich deutlich von 334 auf knapp 9 Millionen Euro. Der freie Cashflow lag bei minus 0,4 Millionen Euro, nach minus 283 Millionen Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote stieg von 18,0 auf 18,5 Prozent.

Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Die Bestellungen von Windrädern legten wegen eines sehr starken ersten Quartals um 10 Prozent zu, der Eingang von neuen Service-Aufträgen verdoppelte sich. Ende September lag der Auftragsbestand im Windrad-Segment 3 Prozent über dem Vorjahreswert bei 6,85 Milliarden Euro. Die Service-Sparte legte um 29 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zu.

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Nachdem Nordex im dritten Quartal einen Nettogewinn erzielen konnte, geht das Management jetzt davon aus, im Gesamtjahr bei der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) das obere Ende der bisherigen Prognosespanne von 3 bis 4 Prozent zu erreichen. Nach drei Quartalen liegt die EBITDA-Marge bei 3,7 Prozent, im dritten Quartal betrug sie 4,3 Prozent. 2023 lag die Marge nach drei Quartalen bei minus 1,5 Prozent.

Aktie mit starken Schwankungen

Marktbeobachter hatten bereits mit einer Anhebung der EBITDA-Prognose gerechnet. Weil dazu noch die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahlen die Kurse von Erneuerbare-Energien-Aktien drückten, hat Nordex auf Wochensicht 7 Prozent an Börsenwert verloren. Der Kurs schwankte in den letzten Jahren deutlich: Auf drei Jahre gesehen ist er 0,5 Prozent im Minus, auf fünf Jahre hat er 19 Prozent gewonnen. Aktuell kostet die Aktie im Tradegate-Handel 12,34 Euro (Stand 11.11.2024, 9:06 Uhr).

ECOreporter bleibt weiter skeptisch bei der Nordex-Aktie. In den letzten Jahren hat sie immer wieder in kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, um dann schnell wieder abzustürzen. Zuletzt erreichte die Aktie 2021 mit rund 23 Euro ein Sechs-Jahres-Hoch, seitdem hat sich der Kurs fast halbiert.

Die Margen des Konzerns sind schon seit Jahren schwach. Im aktuellen Quartalsbericht erklärt das Management zwar, mittelfristig weiterhin eine EBITDA-Marge von 8 Prozent anzustreben. Nordex hat allerdings schon öfter optimistische Prognosen abgegeben, die das Unternehmen dann nicht erfüllen konnte. Die Redaktion rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern nicht zum Einstieg.

Für einen tieferen Einblick in die Windbranche lesen Sie auch unseren zweiteiligen Windaktien-Überblick.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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