Ørsted hebt seine Ergebnisprognose an – doch insbesondere in den USA bleiben große Unsicherheiten. / Foto: Ørsted

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Orsted steigert Ergebnis – Kosten und Trump belasten

Der dänische Energiekonzern Ørsted hat in den ersten neun Monaten 2024 sein Ergebnis verbessern können. Das Unternehmen erhöht sogar seine Prognose. Allerdings leidet Ørsted weiterhin unter dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und hohen Kosten.

In den ersten drei Quartalen erzielte Ørsted einen Umsatz von knapp 50 Milliarden Dänischen Kronen (6,7 Milliarden Euro), ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einbußen sind laut Konzern größtenteils auf niedrigere Strom- und Gaspreise zurückzuführen, die die Umsätze im Energiegeschäft belasteten.

Unsicherheiten bleiben

Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte Ørsted zwischen Januar und September hingegen um 22 Prozent auf 23,6 Milliarden Kronen (3,2 Milliarden Euro) steigern. Das Unternehmen profitierte von höheren Erträgen aus Offshore-Windprojekten und einmaligen positiven Effekten aus aufgelösten Rücklagen für abgesagte US-Projekte.

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Unter dem Strich gelang Ørsted die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Nettogewinn für die ersten neun Monate 2024 lag bei 6,1 Milliarden Kronen (818 Millionen Euro), nach einem Verlust von 19,9 Milliarden Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Offshore-Windsparte (Windparks auf dem Meer) trug 86 Prozent zum EBITDA bei und bleibt das wichtigste Geschäft von Ørsted. Allerdings verzeichnete der Konzern auch in anderen Bereichen Zuwächse. Im Geschäft mit Wind- und Solaranlagen steigerte Ørsted das EBITDA um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere weil der Konzern neue Anlagen in Betrieb nahm.

Ørsted setzt weiterhin auf hohe Investitionen, um seine grüne Stromerzeugungskapazität zu steigern. In den ersten neun Monaten 2024 investierte das Unternehmen 25,7 Milliarden Kronen, wovon der Großteil auf Offshore-Windprojekte entfiel. Die Investitionsprognose für das Gesamtjahr senkte das Management aufgrund von Verschiebungen bei Projektausgaben auf 36 bis 40 Milliarden Kronen.

Die Ergebnisprognose für 2024 hob Ørsted hingegen leicht an. Der Konzern erwartet nun ein EBITDA von 24 bis 26 Milliarden Kronen, nach zuvor 23 bis 26 Milliarden Kronen. Das Management weist allerdings darauf hin, dass das Unternehmen weiter unter steigenden Kosten für den Bau neuer Anlagen und unter Projektverzögerungen leidet. Insbesondere in den USA würden erhöhte Baukosten und regulatorische Unsicherheiten weiter zu Rückstellungen führen.

Insgesamt solider Ausblick

Die politischen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten dürften nach dem Wahlsieg Donald Trumps zunehmen. Am gestrigen Mittwoch gab die Ørsted-Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen und wohl auch unter dem Eindruck des Wahlergebnisses 12 Prozent nach. Aktuell ist die Aktie im Handel an der Börse Stuttgart 1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 49,75 Euro (Stand: 7.11.2024, 9:09 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 17,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 34 Prozent an Wert gewonnen. Auf drei Jahre gesehen ist der Kurs um 58 Prozent gesunken.

Trotz der aktuellen Probleme und Unwägbarkeiten gerade in den USA sieht ECOreporter solide Perspektiven für das Unternehmen. Ørsted kann seinen Anlagenbestand weltweit weiter ausbauen, und das Tagesgeschäft läuft robust. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist für 2024 mit 26 aber hoch. Für 2025 liegt es bei deutlich moderateren 15. Aktuell eignet sich die Aktie vor allem für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger, diese können nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre Kaufchancen sehen.

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

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