Orsted will in Europa nur noch Windparks auf hoher See bauen. / Foto: Orsted

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Orsted verkauft europäisches Onshore-Geschäft

Der dänische Energiekonzern Ørsted trennt sich von seiner kompletten europäischen Sparte für Erneuerbare-Energien-Anlagen an Land (Onshore). Der Bereich geht für 1,44 Milliarden Euro an die dänische Investmentgesellschaft Copenhagen Infrastructure Partners (CIP).

Der Verkauf ist Teil von Ørsteds schon länger angekündigtem Divestment-Programm, zu dem auch die Veräußerung der Beteiligungen an den Windparkprojekten Hornsea 3 (50 Prozent) und Changhua 2 (55 Prozent) gehört. Die Transaktion mit CIP soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

„Unser europäisches Onshore-Geschäft hat ein solides Projektportfolio aufgebaut, und ich bin sehr zufrieden, dass wir mit CIP einen neuen Eigentümer gefunden haben, da wir uns in unseren europäischen Kernmärkten auf die Offshore-Windenergie konzentrieren wollen“, sagt Ørsted-Finanzchef Trond Westlie. „Mit dem Verkauf unserer europäischen Onshore-Plattform ist das von uns geplante Veräußerungsprogramm abgeschlossen, und wir haben die Finanzlage von Ørsted nun erheblich gestärkt.“

US-Geschäft soll weiterlaufen

Das Offshore-Geschäft ist das mit Abstand größte Geschäft von Ørsted und erwirtschaftet laut den jüngsten Geschäftsberichten knapp 76 Prozent des Konzen-Umsatzes. Das weltweite Onshore-Geschäft trägt hingegen nur knapp 3,8 Prozent der Erlöse bei.

Ørsteds europäische Onshore-Sparte umfasst Wind-, Solar- und Batteriespeicherprojekte in Irland, Großbritannien, Deutschland und Spanien. Anlagen mit insgesamt 578 Megawatt (MW) sind in Betrieb, 248 MW befinden sich im Bau, hinzu kommt eine Entwicklungs-Pipeline mit mehreren Gigawatt. An seinen Onshore-Aktivitäten in den USA will der Konzern weiter festhalten. Diese sind mit 6 Gigawatt (GW) an installierter und im Bau befindlicher Leistung auch deutlich größer als die Europa-Aktivitäten an Land.

Hinzu kommt: Onshore-Projekte sind in der Regel regulatorisch weniger komplex und weniger von geopolitischen Genehmigungshürden betroffen als Offshore-Wind. Unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die Erneuerbare Energie behindert bis aktiv bekämpft, sind die Aussichten für das Portfolio aber schwer zu prognostizieren.

Die Onshore-Aktivitäten in den USA könnten daher aktuell womöglich nicht zu Preisen verkauft werden, die für Ørsted attraktiv sind. Gleichzeitig könnte der Energiehunger von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) die Nachfragen in den Vereinigten Staaten sogar ankurbeln. Beim Windanlagenbauer Vestas etwa stieg das Auftragsvolumen aus den USA im letzten Jahr.

Die Ørsted-Aktie notiert aktuell im Tradegate-Handel 2,7 Prozent im Minus zum Vortag bei 18,96 Euro (Stand: 3.2.2026, 11:50 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 9,8 Prozent zu, im Jahresvergleich büßte sie 5,9 Prozent ein.

Besonders wegen Problemen in den USA steht die Ørsted-Aktie schon länger unter Druck. Eine aktuelle Einschätzung des Papiers erhalten Sie hier. Lesen Sie auch unseren zweiteiligen Überblick zu Windaktien.

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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