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Einstiegschancen? Orsted verkauft neue Aktien mit hohem Rabatt
Der dänische Erneuerbare-Energien-Konzern Ørsted bietet seinen Aktionären neue Aktien mit einem Abschlag von 67 Prozent an. Wie attraktiv ist das Angebot?
Ørsted will über die Ausgabe von etwas mehr als 900 Millionen neuen Aktien netto etwa 59,4 Milliarden Dänische Kronen (8 Milliarden Euro) einnehmen. Aktionäre können vom 19. September bis 2. Oktober für je 7 gehaltene Aktien 15 zusätzliche neue Papiere erwerben. Die Bezugsrechte sind vom 17. bis 30. September handelbar.
Der Angebotspreis liegt bei 66 Kronen (8,84 Euro) je Aktie und damit zwei Drittel unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag (200,30 Kronen). Durch die Kapitalerhöhung steigt Ørsteds Grundkapital bei Vollplatzierung der neuen Aktien von 4,2 auf 13,2 Milliarden Kronen.
Großaktionäre ziehen mit
Ørsted möchte mit dem Aktienverkauf seine finanzielle Stabilität verbessern, sich gegen die derzeitigen Unwägbarkeiten im US-Markt wappnen und vor allem den Offshore-Windpark Sunrise Wind vor der Küste New Yorks finanzieren.
Der dänische Staat, mit 50,1 Prozent größter Eigner des Konzerns, wird sich anteilig an der Maßnahme beteiligen, um seine Aktienmehrheit zu sichern. Auch der norwegische Öl- und Gaskonzern Equinor will sein Beteiligungsverhältnis an Ørsted stabil halten und 10 Prozent der neuen Aktien kaufen.
Für einen Überblick zur Windenergiebranche lesen Sie unseren zweiteiligen Überblick zu Windaktien.
Wie ECOreporter die Ørsted-Aktie und das neue Kaufangebot einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.
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Durch die Kapitalerhöhung verteilen sich künftige Gewinne des Unternehmens auf mehr Aktien, die bestehenden Papiere verlieren dadurch an Wertigkeit. Die Ørsted-Aktie ist daher heute mit einem Minus von 3,6 Prozent zum Freitag und einem Kurs von 26,21 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 15.9.2025, 10:30 Uhr).
Der Aktienkurs von Ørsted, der zuvor eine leichte Erholung verzeichnet hatte, war Mitte August nach Ankündigung der milliardenschweren Kapitalerhöhung zweistellig eingebrochen (ECOreporter berichtete hier). Seit 2020 geht es für die Aktie fast durchgehend abwärts, auf fünf Jahre gesehen hat sie 77 Prozent an Wert verloren.
Das größte Risiko heißt Donald Trump
Die Offshore-Windkraftbranche kämpft mit steigenden Kosten und Verzögerungen von Bauprojekten – und mit Donald Trump, der versucht, Erneuerbare Energien und insbesondere Windkraft in den USA politisch zu behindern, wo er nur kann. Im August stoppte das US-Innenministerium die Bauarbeiten am beinahe fertiggestellten Ørsted-Windpark Revolution – wegen angeblicher „Sorgen um die nationale Sicherheit“. Der 704-Megawatt-Windpark vor der Küste des US-Bundesstaates Rhode Island ist laut Ørsted schon zu 80 Prozent fertiggestellt und sollte eigentlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Dem Konzern zufolge stehen bereits 45 der 65 geplanten Windräder, und für alle Anlagen sind die Fundamente im Nordatlantik gelegt. Die Stromkabel und die Umspannstationen an Land sollen ebenfalls größtenteils installiert sein.
Letzte Woche teilte Ørsted mit, man werde gerichtlich gegen den Baustopp vorgehen. Zudem hat das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 leicht gesenkt. Wegen schwachen Windaufkommens und entsprechend geringer Stromerträge im Juli und August sowie Verzögerungen bei der Errichtung des taiwanesischen Offshore-Windparks Greater Changhua 2b geht das Management jetzt nur noch von einem um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 24 bis 27 Milliarden Dänischen Kronen (3,2 bis 3,6 Milliarden Euro) aus. Bislang lag die Prognosespanne bei 25 bis 28 Milliarden Kronen. An seinem Plan, in diesem Jahr 50 bis 54 Milliarden Kronen in neue Projekte zu investieren, hält Ørsted weiterhin fest.
ECOreporter sieht bei Ørsted trotz der aktuellen Probleme weiterhin Potenzial. Das Unternehmen schaffte 2024 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, verfügt weltweit über eine gute Marktposition und dürfte langfristig vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 10 für 2025 vertretbar. Mit dem dänischen Staat hat der Konzern zudem einen wichtigen Unterstützer hinter sich.
Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem können nach Einschätzung von ECOreporter den Einstieg in die Aktie nach wie vor wagen, und für bestehende Aktionäre erscheint das aktuelle Kaufangebot wegen des niedrigen Preises attraktiv.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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