PNE hat seinen Umsatz gesteigert, kämpft aber mit höheren Zinsen und niedrigeren Strompreisen. / Foto: PNE

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PNE: Mehr Umsatz, aber auch mehr Verlust

Der Cuxhavener Erneuerbare-Energien-Konzern PNE hat 2024 Umsatz und Gesamtleistung steigern können und spricht von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Unter dem Strich steht aber ein gestiegener Verlust. Das Unternehmen will nun mehr Projekte verkaufen.

PNE steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr deutlich um 73 Prozent auf 210 Millionen Euro. Die Gesamtleistung, also der Umsatz plus erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen, wuchs von rund 268 Millionen Euro auf knapp 343 Millionen Euro.

Verlust gestiegen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich im Jahresvergleich ebenfalls deutlich um 73 Prozent auf 69 Millionen Euro und übertraf damit die eigene Prognose des Unternehmens. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 35,1 Millionen Euro nach 5,7 Millionen Euro im Vorjahr.

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"Mit dem erreichten Ergebnis sind wir sehr zufrieden", sagt Heiko Wuttke, Vorstandsvorsitzender der PNE AG. "Wir waren bei der Veräußerung von Windparks und Photovoltaikanlagen genauso erfolgreich wie beim Verkauf des USA-Geschäfts und unserer schwedischen Gesellschaften. Das hat maßgeblich zu unserem guten Ergebnis beigetragen. Trotz der Verkäufe ist es uns gelungen, die Projektpipeline stabil zu halten. Unser Eigenbetriebsportfolio sowie unsere Stromerzeugung sind weiter gewachsen, und auch das Servicegeschäft hat sich stark entwickelt."

Der Nettoverlust stieg allerdings von 9,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 13,4 Millionen Euro. Das lag auch an Sondereffekten.

Die Gesamtpipeline von PNE, die Windenergieprojekte an Land und auf See sowie Photovoltaikprojekte umfasst, betrug Ende 2024 rund 18,9 Gigawatt (GW) und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres. In den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Polen konnte PNE die Pipeline von 5,9 GW auf 7,5 GW ausbauen.

Auch den Ausbau des Eigenbetriebsportfolios setzte PNE fort. Nach der Fertigstellung und Übernahme weiterer Windparks hat sich die Nennleistung des Eigenbetriebs laut Unternehmen von 375,4 MW auf 428,5 MW erhöht. Das Service-Segment entwickelte sich PNE zufolge ebenfalls positiv. Die Nennleistung der von der Firmengruppe betreuten Windparks betrug Ende 2024 mehr als 2,9 GW. Rund 1.000 Anlagen sind derzeit im Betriebsmanagement.

PNE verkündete zudem eine Strategieanpassung. Das Marktumfeld habe sich seit 2022 "beträchtlich verändert" - die Zinsen sind stark gestiegen und die Strompreise deutlich gesunken. Zudem haben sich die Kosten für Maschinen, Material sowie Personal signifikant erhöht. Das Unternehmen will deshalb mehr Projekte verkaufen als bisher geplant, "auch in den Märkten, die vor allem für das Eigenbetriebsportfolio vorgesehen waren".

Weniger Anlagen im Eigenbetrieb

Bei der Projektpipeline will man "den Fokus noch stärker auf profitable Kernmärkte" setzen. Im Endeffekt plant PNE nun bis Ende 2027 nur noch mit einem Eigenbetriebsportfolio mit einer Gesamtleistung von etwa 1,1 GW im Betrieb oder Bau. Bislang waren 1,5 GW angestrebt worden.

Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet das Management mit einer Steigerung des EBITDA auf 70 bis 110 Millionen Euro. Bis 2027 strebt PNE ein EBITDA von rund 140 Millionen Euro an.

Die PNE-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 14,16 Euro (Stand: 27.3.2025, 9:43 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 7,4 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 4,6 Prozent an Wert gewonnen.

PNE hatte bereits nach den ersten drei Quartalen im vergangenen Jahr erklärt, der Nettoverlust spiegele "nicht den operativen Erfolg der PNE-Gruppe wider". Tatsache bleibt aber, dass der Konzern das zweite Jahr in Folge rote Zahlen geschrieben hat und nun auch seine Strategie korrigiert – offenbar sieht man bei Projektverkäufen aktuell bessere Perspektiven als bei den Einnahmen aus der Stromerzeugung. Allerdings werden damit kurzfristige Einnahmen vor langfristige gestellt.

Die PNE-Aktie ist seit Ende 2024 deutlich gestiegen, in den letzten drei Monaten legte der Kurs um 32 Prozent zu. Auf fünf Jahre hat er sich mehr als verdreifacht. Dennoch sieht ECOreporter die PNE-Aktie weiterhin nur als Option für risikobereite Anlegerinnen und Anleger. Wer defensiver ausgerichtet ist, sollte den weiteren Geschäftsverlauf abwarten.

Die Dividende für 2024 soll wie in den Vorjahren stabil bei 0,04 Euro je Aktie liegen. Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividendenrendite für 2024 damit 0,3 Prozent - kein Argument für einen Einstieg.

PNE AG Aktie:  ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG

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