Maersk rechnet in diesem Jahr mit weniger Container-Transporten. / Foto: A.P. Moller-Maersk

  Nachhaltige Aktien

Reederei Maersk erwartet wegen Handelskrieg weniger Transporte

Die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk hat im ersten Quartal 2025 deutlich mehr Gewinn erzielt. Doch für das weitere Jahr ist der Konzern unsicher: Die internationalen Handelskonflikte dürften spürbar auf die Schifffahrtsbranche durchschlagen.

Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) steigerte Maersk um 70 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte von 208 Millionen Dollar auf 1,2 Milliarden Dollar, im Vorjahr hatten allerdings auch höhere Abschreibungen das Ergebnis belastet.

Zölle könnten Transportmengen sinken lassen

In Erwartung hoher US-Zölle haben laut Maersk viele Unternehmen zu Jahresbeginn Lieferungen vorgezogen. Das habe die Nachfrage nach Containertransporten in die Höhe getrieben. Im zweiten Quartal könnte es laut Maersk ähnliche Effekte geben, weil US-Präsident Donald Trump viele seiner Anfang April verhängten Zölle direkt wieder für 90 Tage ausgesetzt hatte.

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Maersk erklärte bei Vorlage der Quartalsbilanz allerdings, dass das weltweite Container-Transportvolumen 2025 insgesamt um 1 bis 4 Prozent sinken dürfte. Anfang des Jahres war Maersk noch von 4 Prozent Plus ausgegangen.

Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern vorerst: Im Gesamtjahr peilt Maersk weiter ein EBITDA von 6 bis 9 Milliarden Dollar an. Die Prognose sei wegen der rasanten Entwicklung im Handelskonflikt und wachsender Rezessionsrisiken in den USA allerdings sehr ungewiss.

Handelskonflikte könnten die Weltwirtschaft und damit die Nachfrage nach Container-Transporten zur See ausbremsen, sagte Maersk-Chef Vincent Clerc. Gleichzeitig sei aber auch eine spürbare Erholung denkbar, wenn Zölle doch noch abgewendet oder abgeschwächt würden.

Die US-Zölle haben bereits zu kurzfristigen Umleitungen von Warenströmen geführt. So meldete Maersk für April einen Rückgang des Transportvolumens zwischen den USA und China von 30 bis 40 Prozent. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, mit der Maersk im Februar eine Kooperation gestartet hatte, sah ähnliche Effekte.

Auch die Sicherheitslage im Roten Meer beschäftigt die Reedereien weiter: Wegen Angriffen jemenitischer Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe leiten die Reedereien ihre Frachter seit Monaten um die Südspitze Afrikas um. Dieser Weg ist länger und führt zu höheren Kosten, gleichzeitig können die Reeder deshalb höhere Frachtraten verlangen.

US-Handelspolitik bleibt unberechenbar

Ein Ende der Angriffe und eine Rückkehr auf die deutlich kürzere Route durch den Suez-Kanal dürften die Raten dagegen drücken. Trump hatte am Dienstag erklärt, die USA hätten eine Waffenruhe mit den Huthis vereinbart, und die Angriffe auf Schiffe würden gestoppt. Maersk geht dennoch davon aus, dass 2025 noch weiter umgeleitet werden muss. Zuletzt hatte der Konzern eine Eisenbahngesellschaft am Panamakanal gekauft.

Die Maersk-Aktie ist im Tradegate-Handel 1,2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 1.528,00 Euro (Stand: 8.5.2025, 12:07 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 17,2 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 13,1 Prozent im Plus.

Insbesondere die Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik macht die Situation für Anlegerinnen und Anleger bei Maersk schwierig. Da Trump scheinbar willkürlich Zölle erlässt oder aussetzt, ist kaum zu prognostizieren, wie sich der Welthandel entwickeln wird. Einerseits könnte es zu neuen Handelsbeschränkungen kommen. Andererseits erklärte die US-Regierung zuletzt, mit China über eine Entspannung bei den Zöllen sprechen zu wollen. Das könnte den Handel beleben.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Maersk-Aktie für 2025 ist mit 25 vor diesem Hintergrund nicht niedrig. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern aktuell, die weitere politische Entwicklung abzuwarten. Wer einsteigt, sollte viel Geduld mitbringen.

A.P. Moller-Maersk A/S Class A: ISIN DK0010244425 / WKN 861929

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