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SoWiTec: Anleiherückzahlung verschoben – Zuschlag bei Ausschreibung
Die Gläubigerversammlung der SoWiTec-Anleihe 2018/2026 hat den Beschlussvorschlägen des Unternehmens zugestimmt. Die Teilrückzahlung der Anleihe wird gestundet und auf Kündigungen verzichtet. Zudem erhielt eine Gesellschaft der Unternehmensgruppe, die ihre Strategie deutlich verändert hat, einen Zuschlag bei einer Ausschreibung in Deutschland.
Die SoWiTec group GmbH hat bekannt gegeben, dass die zweite Gläubigerversammlung der Inhaber der Anleihe 2018/2026 (ISIN: DE000A2NBZ21) am 8. Oktober mit der erforderlichen qualifizierten Mehrheit der abgegebenen Stimmen folgende Beschlüsse gefasst hat:
- Stundung der am 8. November 2025 fälligen Teilrückzahlung in Höhe von 2.290.200 Euro um sechs Monate bis zum 8. Mai 2026
- Verzicht hinsichtlich der Ausübung der Kündigungsrechte im Hinblick auf die Nichtzahlung der zum 8. November 2025 fälligen Teilrückzahlung;
- Ermächtigungen und die Bevollmächtigung des Gemeinsamen Vertreters zur Ausübung von Kündigungsrechten und zeitlich befristeten Verzichtserklärungen.
Zustimmung von rund 100 Prozent
Von den ausstehenden stimmberechtigten Anleihen im Nominalwert von 5.343.800 Euro waren bei der Gläubigerversammlung Anleihen im Nominalwert von 2.590.000 Euro vertreten, was einer Präsenz von 48,47 Prozent entsprach. Die lag damit deutlich über dem erforderlichen Quorum von mindestens 25 Prozent. Die drei Beschlüsse wurde mit einer Zustimmung von 99,97 bis 100 Prozent gefasst.
Bei der ersten Gläubigerversammlung hatten nicht genug Stimmen teilgenommen, sodass SoWiTec eine Teilnahmevergütung ausgelobt hatte (ECOreporter berichtete hier). Die Zahlung der Teilnahmevergütung soll Unternehmensangaben zufolge nach Vollzug der Beschlüsse der Gläubigerversammlung erfolgen, voraussichtlich im November 2025.
Im Folgenden erfahren Sie, inwiefern die SoWiTec group GmbH ihre Strategie geändert hat und welche Auswirkungen sich dadurch ergeben. Zudem erhalten Sie Details zum Ausschreibungsprojekt.
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Rückzug aus mehreren Auslandsmärkten
Im Prognosebericht vom 30. Juli 2025 im Konzernabschluss 2024 der SoWiTec group GmbH heißt es: „Die SoWiTec-Gruppe war in der Vergangenheit von einem starken Wachstum geprägt. Nach dem Rückzug aus dem russischen Markt im Geschäftsjahr 2022 hatte die SoWiTec-Gruppe im Geschäftsjahr 2023 beschlossen, sich aus den Märkten Uruguay, Chile und Thailand zurückzuziehen. Im Geschäftsjahr 2024 hat die SoWiTec-Gruppe beschlossen, sich zusätzlich aus den Märkten Peru und teilweise Argentinien zurückzuziehen sowie weitere Einzelprojekte abzubrechen und sich verstärkt auf den deutschen Markt zu konzentrieren. Die Abschreibungen der entsprechenden Buchwerte haben das Ergebnis 2024 stark belastet.“ Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die SoWiTec group GmbH einen Konzernjahresfehlbetrag von rund 20,5 Millionen Euro.
Deutschland nun wichtigster Markt
Unter dem Kapitel „Hintergrund und Gründe für die zweite Gläubigerversammlung“ erläuterte die SoWiTec group GmbH im September 2025 unter anderem zu „Eingeleitete operative Restrukturierungsmaßnahmen“:
„Die SoWiTec hat in den vergangenen 18 Monaten konsequent die neue Strategie umgesetzt, sich aus den Auslandsmärkten nach und nach zurückzuziehen (Peru, Chile, Uruguay, Thailand) bzw. Aktivitäten und Ausgaben deutlich zu reduzieren (Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Mexiko und Kenia). Im deutschen Markt, der nunmehr den wichtigsten Markt für die Gesellschaft darstellt, konnte die SoWiTec in den vergangenen zwölf Monaten über 300 MW an neuen Windprojekten sichern. Das Marktumfeld in Deutschland für erneuerbare Energien hat sich nach Auffassung der Geschäftsführung der SoWiTec deutlich positiv entwickelt. Angabegemäß hat die SoWiTec in 2024 und 2025 die Projektpipeline auf über 400 MW ausbauen können, bis Ende 2025 wird mit einem Ausbau der Pipeline auf 500 MW in Deutschland gerechnet. Die Geschäftsführung geht derzeit davon aus, dass bereits Anfang 2026 Projekte mit ca. 300 MW genehmigt werden. SoWiTec ist derzeit in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Investoren bezüglich der Veräußerung eines ersten Teilportfolios mit 80 MW in Deutschland.“
Zuschlag bei der Windkraft-Ausschreibung
Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windkraftanlagen an Land hat die Sowitec windfarm 513 UG einen Zuschlag erhalten. Das Unternehmen ist laut Handelsregister eine Enkelgesellschaft der SoWiTec group GmbH. Der Zuschlag hat ein Gesamt-Gebotsvolumen von 14,4 MW und umfasst zwei Windkraftanlagen mit je 7,2 MW. Standort des Windkraft-Repoweringprojekts ist die Gemeinde Creußen im Landkreis Bayreuth in Bayern. Laut Markstammdatenregister soll das Projekt aus zwei Vestas-Anlagen bestehen.
Zwei Anleihen an der Börse
SoWiTec hatte die Laufzeit der Anleihe 2018/2026 bereits Ende 2023 wegen fehlender Liquidität um drei Jahre bis November 2026 verlängert und den Zins von 6,75 auf 8 Prozent angehoben (ECOreporter berichtete hier). Derzeit notiert die Anleihe an der Frankfurter Börse bei 81,70 Prozent ihres Nennwertes (Stand: 9.10.2025, 9:56 Uhr).
Die jüngere SoWiTec-Anleihe 2023/2028 steht bei 75,00 Prozent (9.10.2025, 8:56 Uhr). ECOreporter hat die Anleihe 2023/2028 hier analysiert.
SoWiTec hat seit Jahren finanzielle Probleme und bezeichnet seine Liquiditätslage als „nach wie vor angespannt“. Die freien Finanzmittel sind Unternehmensangaben zufolge seit Anfang 2024 von 3,4 auf 1,4 Millionen Euro geschrumpft (Stand Ende Juli 2025). ECOreporter rät wegen der hohen Risiken bei beiden Anleihen von einem Investment ab.
SoWiTec-Anleihe 2018/2026: ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2
SoWiTec-Anleihe 2023/2028: ISIN DE000A30V6L2 / WKN A30V6L
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30.09.26
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