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Spanischer Zughersteller Talgo erhält Fusionsangebot aus Tschechien
Der spanische Zughersteller Talgo hat ein Fusionsangebot des tschechischen Wettbewerbers Skoda Transportation erhalten. Wie die Spanier erklärten, habe Skoda noch keine konkreten Zahlen für eine mögliche Übernahme genannt. Für Talgo liegt bereits ein Übernahmeangebot aus Ungarn vor, das zum Politikum geworden ist.
Skoda Transportation ging wie der bekannte Autohersteller Skoda Auto aus dem früheren Industriekonzern Skoda hervor. Die beiden Unternehmen benutzen historisch bedingt dasselbe Logo, Skoda Transportation und Skoda Auto sind aber voneinander unabhängige Unternehmen. Auch ist Skoda Transportation keine Tochter des Wolfsburger Autobauers Volkswagen. Skoda Transportation stellt etwa Straßenbahnwagen, Lokomotiven und Oberleitungsbusse her.
Politisch heikles Angebot aus Ungarn
Wie Talgo erklärte, habe Skoda den Vorschlag einer "Geschäftskombination und industriellen Fusion" gemacht. Allerdings enthalte der Vorschlag kein wirtschaftliches Angebot. Talgo habe darum um detaillierte Informationen über den Vorschlag gebeten.
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Insbesondere wollen die Spanier nach eigener Aussage erfahren, ob Skoda bereit ist, ein höheres Angebot als die ungarische Investorengruppe Magyar Vagon vorzulegen. Magyar Vagon hatte im März ein öffentliches Übernahmeangebot für alle Talgo-Aktien in Höhe von 619 Millionen Euro unterbreitet.
Die spanische Regierung hat allerdings bereits erklärt, die Übernahme aus Ungarn verhindern zu wollen. Sie vermutet hinter dem Kaufangebot Geldgeber mit engen Beziehungen zu Russland. ECOreporter hatte hier über den Fall berichtet. Zwischenzeitlich hatte es Berichte gegeben, dass auch der Schweizer Zugbauer Stadler Rail an einer Talgo-Übernahme interessiert sei.
An der Börse Stuttgart ist die Talgo-Aktie im frühen Handel aktuell 10,3 Prozent im Plus zum Vortag (Stand: 16.7.2024, 8:44 Uhr). Im Monatsvergleich notiert sie 2,9 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 26,1 Prozent an Wert gewonnen.
Talgo hatte solide Geschäftszahlen für 2023 gemeldet. Umsatz und Gewinn stiegen zum schwachen Vorjahr, die Margen blieben allerdings weiter wackelig. Deutlich höhere Gewinne erwartet der Konzern erst wieder 2025. Der Börsenkurs wird seit Monaten stark von den Entwicklungen rund um eine mögliche Übernahme von Talgo beeinflusst, das schafft deutliche Unsicherheiten. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 für 2024 ist vor diesem Hintergrund hoch. ECOreporter rät derzeit vom Einstieg ab.
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Talgo S.A.: ISIN ES0105065009 / WKN A14SE5